Im Saarland gibt es ein großes Problem, das nicht nur die Kinder betrifft, sondern auch ihre Familien. Der Teilhabebetrag, der eigentlich dazu gedacht ist, sozialen und kulturellen Zugang für Kinder aus einkommensschwachen Familien zu ermöglichen, wird nur von einer erschreckend geringen Zahl genutzt. Wie eine Analyse der Bertelsmann-Stiftung zeigt, profitieren hierzulande nur 15,7 % der Sechs- bis 15-Jährigen und gerade einmal 6,7 % der Jugendlichen bis 18 Jahren von diesem Zuschuss. Das sind Zahlen, die weit unter dem Bundesdurchschnitt liegen – und das ist schon ein Grund zum Nachdenken.

Der Teilhabebetrag, der seit 2011 Teil des Bildungs- und Teilhabepakets ist, soll es Kindern ermöglichen, an Ausflügen, gemeinsamen Mittagessen, Vereinssport, Musikunterricht und sogar Ferienfreizeiten teilzunehmen. Familien, die auf Grundsicherung angewiesen sind, können diesen Betrag beantragen, der theoretisch bei 15 Euro pro Monat liegt. Aber nur 18 % der Anspruchsberechtigten nutzen tatsächlich diesen Betrag. Und das hat oft mit den hohen bürokratischen Hürden zu tun – komplexe Formulare und umfangreiche Nachweispflichten machen die Beantragung zur echten Herausforderung.

Hürden und Herausforderungen

Das Jobcenter im Regionalverband Saarbrücken hat darauf hingewiesen, dass der Zuschuss für konkrete Aktivitäten beantragt werden muss und die Abrechnung direkt mit den Anbietern erfolgt. Das klingt für viele Familien nach einer zusätzlichen Belastung – und der Zugang wird dadurch unnötig verkompliziert. Experten, wie Anja Funcke von der Bertelsmann-Stiftung, fordern deshalb eine Erleichterung bei der Beantragung. Ihrer Meinung nach sollte der Zugang zum Teilhabebetrag für Familien und Kommunen einfacher gestaltet werden. Schließlich ist der Bedarf vorhanden, aber der Zugang ist kompliziert.

Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt, dass es auch anders geht. In Schleswig-Holstein nutzen 59 % der Berechtigten die Leistungen, während in Berlin oder Hamburg nur 10 % darauf zugreifen können. Solche Unterschiede werfen Fragen auf – wie kann es sein, dass der Abruf der Gelder so stark je nach Wohnort variiert? In Bayern beispielsweise erhalten 16,4 % der berechtigten Kinder die 15 Euro, bei Jugendlichen sind es nur 10,2 %. Die Bertelsmann-Stiftung hat auch hier Verbesserungsvorschläge gemacht: Eine Auszahlung ohne zusätzliche Anträge, eine Bündelung von Zuständigkeiten und die digitale Nutzung von Informationen könnten den Zugang erheblich erleichtern.

Der Weg in die Zukunft

Die Bundesregierung unter Kanzler Merz plant zudem, den Betrag von 15 auf 20 Euro im Monat anzuheben. Während das ein Schritt in die richtige Richtung sein könnte, bleibt die Frage, ob die bürokratischen Hürden gleichzeitig abgebaut werden. Wenn mehr Familien die Hilfen tatsächlich in Anspruch nehmen könnten, würden die Kinder im Saarland vielleicht auch mehr Möglichkeiten zur sozialen und kulturellen Teilhabe erhalten. Aber wird das reichen? Immerhin zeigt eine Analyse, dass über 80 % der Anspruchsberechtigten den monatlichen Betrag nicht erhalten.

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Umso wichtiger ist es, dass die Stimmen der Betroffenen gehört werden. Die Herausforderungen, die Familien im Alltag meistern müssen, sind vielfältig und können nicht einfach durch einen höheren Betrag gelöst werden. Die Frage bleibt, wie ein System geschaffen werden kann, das wirklich funktioniert und den Kindern und Jugendlichen im Saarland die Teilhabe ermöglicht, die ihnen zusteht. Und so stehen die Betroffenen vor der Herausforderung, sich durch ein Dickicht aus Bürokratie und Vorschriften zu kämpfen, während andere Regionen ein viel einfacher zugängliches System haben.

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