Fledermäuse im Hitzestress: Überleben zwischen Hitze und Klimawandel
Heute, am 19.07.2026, ist es wieder einmal brütend heiß im Saarland. Während wir Menschen uns mit kalten Getränken abkühlen und vielleicht den einen oder anderen Ventilator auf Hochtouren laufen lassen, sieht die Situation für unsere fliegenden Mitbewohner, die Fledermäuse, ganz anders aus. Hitzewellen und Extremwetterereignisse setzen den kleinen Säugetieren in Rheinland-Pfalz und angrenzenden Regionen schwer zu. Besonders die gebäudebewohnenden Arten, die in Spalten an Fassaden oder unter Dachverkleidungen wohnen, haben es besonders schwer. Diese Quartiere benötigen ein stabiles Mikroklima, und bei hohen Außentemperaturen wird es dort schnell unangenehm heiß.
Das ist nicht einfach nur warm – bei 38 Grad Außentemperatur können sich Schwalben- oder Mauerseglernester auf bis zu 60 Grad aufheizen. Und Fledermausquartiere? Die könnten sogar noch höhere Temperaturen erreichen! Hitzestress und Dehydrierung sind dann die ernsten Folgen, die im schlimmsten Fall zum Tod dieser faszinierenden Tiere führen können. Im Sommer 2023 gab es einen besorgniserregenden Anstieg an Fundtieren, was die ehrenamtlichen Pflegestellen in Rheinland-Pfalz vor immense Herausforderungen stellt. Denn die Kapazitäten der Pflegestellen sind begrenzt, und das, obwohl alle mit vollem Einsatz und Herzblut arbeiten.
Besonders betroffen sind die Kleinen
Die Zwerg- und Mückenfledermäuse, sowie Jungtiere und geschwächte erwachsene Tiere, sind unter den Betroffenen besonders zu nennen. Die Situation wird zusätzlich durch Trockenheit und Starkregen verschärft, denn diese Wetterextreme verringern das Nahrungsangebot. Ausgetrocknete Wasserstellen und reduzierte Insektenzahlen machen das Überleben für die kleinen Flattermänner zur echten Herausforderung. Der NABU empfiehlt, geschwächte Fledermäuse nicht einfach allein zu lassen, sondern schnell Kontakt zu Experten aufzunehmen. Es gibt sogar spezielle Fledermauskästen, die helfen können, das Angebot an Quartieren zu verbessern. Allerdings können sie die natürlichen Quartiere nicht ersetzen.
Wenn wir einen Blick auf die globalen Zusammenhänge werfen, wird die Situation noch komplexer. Weltweit gibt es etwa 1300 Fledermausarten, und aktuell wird intensiv untersucht, wie diese auf den Klimawandel reagieren. Eine Literaturreview, an der das Leibniz-IZW beteiligt war, zeigt, dass viele Reaktionen von Fledermäusen auf den Klimawandel noch nicht ausreichend erforscht sind. Besonders betroffen sind die Fledermausarten im geographischen Norden. Die Forschungskapazitäten im globalen Süden sind oft unzureichend, was bedeutet, dass wir ein verzerrtes Bild der Biodiversität und ihrer Reaktionen auf den Klimawandel erhalten.
Fledermäuse und der Klimawandel
Fledermäuse reagieren aufgrund ihrer speziellen biologischen Eigenschaften – großes Oberflächen-Volumen-Verhältnis und niedrige Fortpflanzungsrate – besonders empfindlich auf klimatische Veränderungen. Weniger als die Hälfte der Studien konnte konkrete Beweise für die Reaktionen dieser Tiere liefern, und die häufigsten berichteten Reaktionen sind Verlagerungen des Verbreitungsgebiets und Veränderungen der Artenvielfalt. Hierbei zeigen einige Arten positive Entwicklungen, während andere mit Rückgängen kämpfen müssen. Extreme Wetterereignisse führen fast immer zu negativen oder neutralen Reaktionen. Die Forschung verdeutlicht, wie wichtig es ist, empirische Studien zu intensivieren, um die Reaktionen der Fledermäuse auf den Klimawandel besser zu verstehen.
Wie sieht also die Zukunft für unsere kleinen fliegenden Freunde aus? Mit all diesen Herausforderungen, die sie durch Hitze, Trockenheit und Wetterextreme zu bewältigen haben, müssen wir nicht nur die Aufmerksamkeit auf ihre Bedürfnisse lenken, sondern auch die Forschung vorantreiben. Nur so können wir die Schicksale dieser faszinierenden Geschöpfe besser verstehen und vielleicht sogar aktiv dazu beitragen, ihre Lebensräume zu schützen und zu regenerieren.
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