In St. Ingbert, wo sich die Ensheimer Straße 4 erstreckt, steht ein Gebäude, das mehr ist als nur ein Ort. Über dem zentralen Fenster prangt ein Hirschkopf, der auf die einstige Nutzung als Forstamt verweist. Doch das Haus hat eine neue Bestimmung gefunden – als Atelier und Galerie des Saarbrücker Malers Norbert Simon. Der Künstler, geboren 1952 in Neunkirchen/Saar, hat hier seine Leidenschaft für die Kunst entfaltet und seine Kreativität ausgelebt, seit er 2004 das alte Forstamt erworben hat.

Simon, der in den 80er- und 90er-Jahren als bedeutender saarländischer Künstler galt, ist vielen heute nur noch Insidern bekannt. Nach einem persönlichen Schicksalsschlag, der seinen kreativen Elan ausbremste, blieb er dem Haus treu und pflegte es mit Hingabe. Es war Michaela Kilper-Beer, die Vorsitzende des KuBa, die ihn überzeugte, eine retrospektive Ausstellung zu organisieren. Diese zeigt nicht nur seine Werkserien, sondern auch persönliche Installationen, die das Leben des Künstlers widerspiegeln.

Einblicke in die Ausstellung

Die Ausstellung „Norbert Simon: Niemand hat das Recht, auf Kunst zu verzichten“ läuft bis zum 31. Juli 2026 und bietet einen tiefen Einblick in das Schaffen des Künstlers. Sie ist stilvoll eingerichtet und sprüht nur so vor Kunst. In den Öffnungszeiten, die Mittwoch, Freitag und Samstag von 14 bis 17 Uhr sowie Dienstag und Sonntag von 14 bis 18.30 Uhr sind, können Besucher die verschiedenen Werke entdecken. Simon hat ein ganzes Jahr an der Ausstellung gearbeitet und zeigt sich bewegt von der Rückkehr zur Kunst. Es ist fast so, als würde er sein kreatives Ich wiederentdecken.

Seine künstlerische Ausbildung begann Simon bereits in den 70er Jahren an der Staatlichen Werkkunstschule Saarbrücken. Von 1972 bis 1976 studierte er Grafikdesign und reichte seine künstlerische Abschlussarbeit ein. Er arbeitete einige Jahre als Grafikdesigner, wandte sich dann jedoch zunehmend der Kunst zu. Ein bemerkenswerter Aspekt seines Schaffens ist die Edition „simon – kunst und karten“, die 1998 ins Leben gerufen wurde und alte Fotos mit humorvollen Sprüchen auf Postkarten vereint. Diese Karten fanden millionenfach Absatz und brachten ihm ein gewisses Maß an Bekanntheit ein, auch wenn seine fotorealistischen Arbeiten aus den 80er-Jahren, die politische Ereignisse thematisierten, wohl den stärksten Eindruck hinterließen.

Ein Künstler mit vielen Facetten

Simon ist ein Künstler, der stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen war. Später experimentierte er mit Farbflächen und verschiedenen Maltechniken, um seine Ideen zu verwirklichen. Seine Werke, darunter auch das Kunstwerk „Ohne Titel“ von 2008, gefertigt aus Asche, Dispersion, Pigment und Malmittel auf Jute, zeugen von seiner vielfältigen Kreativität. Mit einem Maß von 175 x 175 cm ist es ein eindrucksvolles Stück, das in der Ausstellung nicht fehlen darf.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Ausstellung im alten Forstamt ist nicht nur eine Rückkehr für Simon, sondern auch eine Hommage an die saarländische Kunstszene. Künstler wie er, die im Saarland geboren wurden oder hier künstlerisch tätig sind, tragen zur Vielfalt und Tiefe der Region bei. Die Liste saarländischer Künstler umfasst viele, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben, und Simon könnte bald wieder dazu gehören – er erwägt ernsthaft, mit der Kunst neu zu beginnen.

Für Kunstliebhaber und Interessierte ist die Ausstellung eine einmalige Gelegenheit, in die Welt eines Künstlers einzutauchen, der trotz aller Widrigkeiten seine Leidenschaft für die Kunst nie ganz aufgegeben hat. Das alte Forstamt in St. Ingbert wird somit zum Schauplatz eines künstlerischen Neuanfangs, das mit jedem Besuch neue Perspektiven eröffnet.