Die saarländische Pharmabranche hat in den letzten zehn Jahren einen beeindruckenden Aufstieg hingelegt. Ja, man könnte fast sagen, dass sie wie ein Phoenix aus der Asche emporsteigt. Die Zahl der Beschäftigten ist um stolze 71 Prozent gestiegen und hat die Grenze von 2.000 sozialversicherungspflichtigen Jobs überschritten. Doch trotz dieser positiven Entwicklung wird das Saarland nach wie vor nicht als klassischer Pharmastandort angesehen. Das hat seine Gründe. Während in den großen Pharma-Ballungszentren wie Hessen oder Rheinland-Pfalz das Geschäft boomt, hat das Saarland noch reichlich Potenzial, das es zu entfalten gilt.

Unter den bekannten Unternehmen finden sich Namen wie Fresenius Medical Care, Dr. Theiss Naturwaren, Ursapharm und Kohlpharma. Dies sind nicht nur große Spieler, sondern auch wichtige Arbeitgeber, die dazu beitragen, dass der Pharma-Sektor hierzulande nicht ins Hintertreffen gerät. Professorin Anne Otto weist darauf hin, dass der Pharma-Bereich wächst, während insgesamt 15.000 Jobs in der Industrie verloren gingen. Eine spannende, aber auch herausfordernde Situation!

Forschung und Innovation als Schlüssel

Die exzellente Forschung an der Universität des Saarlandes hebt die Region zusätzlich hervor. Besonders der Pharma Science Hub und das Helmholtz-Institut für pharmazeutische Forschung sind echte Leuchttürme in der Branche. Hier wird nicht nur geforscht, sondern auch innoviert, was für die Zukunft des Saarlandes von enormer Bedeutung ist. Und dann gibt es da noch den Pharmaproduzenten Vetter, der auf dem Ford-Gelände in Saarlouis ansässig ist – das ist doch ein positives Beispiel für die Ansiedlung neuer Unternehmen!

Doch die Herausforderungen sind nicht zu übersehen. Laut Pharma Deutschland ist die Branche ein Jobgarant innerhalb der industriellen Gesundheitswirtschaft – und das in Zeiten, in denen viele Industrien straucheln. Im Jahr 2024 arbeiteten in der pharmazeutischen Erzeugung rund 133.000 Menschen in Deutschland. Die Zahl der Beschäftigten in der gesamten chemisch-pharmazeutischen Industrie liegt sogar bei etwa 145.000. Aber, und das ist ein großes Aber, ein Fachkräftemangel macht sich bemerkbar. Rund 176.000 qualifizierte Kräfte fehlen in pharmarelevanten Berufen.

Ein Markt im Wandel

Das Saarland hat also nicht nur die Zahlen im Blick, sondern muss auch dafür sorgen, dass die richtigen Leute an Bord kommen. Besonders betroffen sind produktionsnahe Berufe wie Chemie- und Pharmatechnik, Forschung, Entwicklung und IT. Da bleibt fast jede vierte Stelle unbesetzt! Dorothee Brakmann hat das Risiko, das die Branche durch fehlendes Personal eingeht, treffend auf den Punkt gebracht: Es ist nicht die Nachfrage, die fehlt, sondern das Personal.

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Deutschland als ganzes hat eine starke industrielle Basis, die jedoch unter Druck steht. Der Umsatz des Pharmamarktes hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt und beträgt nun rund 68 Milliarden Euro. Im internationalen Wettbewerb, vor allem gegen die USA und China, muss die deutsche Pharmaindustrie beweisen, dass sie nicht nur innovativ ist, sondern auch in der Lage, ihre Produkte erfolgreich zu vermarkten.

Der Markt wandelt sich – hin zu innovativen, hochpreisigen Therapien. Dies wird besonders in den Bereichen Onkologie und Stoffwechselerkrankungen sichtbar. Aber! Mit der Welle auslaufender Patente wird der Wettbewerb durch Generika und Biosimilars intensiver. Das ist ein Spannungsfeld, das es zu navigieren gilt, wenn man als Unternehmen an der Spitze bleiben möchte.

Die Berichterstattung des SR über die Pharmabranche im Saarland wird sicher einen spannenden Einblick in die Start-Ups und die Chancen für die Zukunft bieten. Es bleibt also abzuwarten, wohin die Reise geht. Eines ist sicher: Das Saarland hat das Potenzial, sich in der pharmazeutischen Landschaft einen festen Platz zu erobern, wenn die Weichen richtig gestellt werden. Die Zeit wird es zeigen!