In Neunkirchen sorgt ein bemerkenswertes Projekt für Aufsehen, das nicht nur ausgediente Solarmodule ein neues Leben schenkt, sondern auch Licht nach Gambia bringt. Der 39-jährige Mario Aulabauer, Geschäftsführer der Firma „Solarcraft“, hat sich mit viel Herzblut der Aufgabe verschrieben, gebrauchte Photovoltaikmodule, notwendige Aggregate sowie Werkzeuge nach Gambia zu liefern. Diese Initiative ist nicht nur eine geschäftliche Unternehmung, sondern hat auch persönliche Wurzeln: Aulabauer hat das Projekt aus privaten Gründen ins Leben gerufen, da seine Stieftochter in Gambia lebt.
Die Menschen in Gambia sind freundliche und hilfsbereite Seelen, trotz der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind. Aulabauer hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht mehr für europäische Anforderungen geeignete PV-Module für den Einsatz vor Ort aufzubereiten. Zwei bis drei Module können beispielsweise Autobatterien aktivieren, die elektrische Brunnen betreiben und somit einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität leisten. Einmal jährlich versendet Aulabauer einen Container mit diesen Modulen von Wien nach Banjul, der Hauptstadt Gambias. Der Versand dauert etwa zwei Monate und die Kosten trägt Aulabauer mit Unterstützung von Freunden, was zeigt, wie wichtig ihm dieses Projekt ist.
Erneuerbare Energien in Gambia
Das Engagement von Aulabauer fällt in eine Zeit, in der Gambia einen bedeutenden Schritt in Richtung erneuerbarer Energien macht. Ein neuer Solarpark in Jambur mit einer beeindruckenden Leistung von 23 Megawatt Peak (MWp) und 8 Megawattstunden Batteriespeicherung wurde kürzlich eingeweiht. Dieses Projekt verspricht, rund 18.500 Haushalte mit Strom zu versorgen und ist Teil einer umfassenden Initiative zur Förderung erneuerbarer Energien im gambischen Stromsektor. Die gambische Regierung hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 einen universellen Stromzugang zu gewährleisten, was durch die Schaffung von 1.250 direkten Arbeitsplätzen in Bau, Betrieb und Wartung unterstützt wird.
Die europäische Gemeinschaft ist ebenfalls aktiv, indem sie durch die Europäische Investitionsbank (EIB), die Europäische Union (EU) und die Weltbank insgesamt über 140 Millionen Euro in das Projekt investiert. Diese Maßnahmen sollen die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringern und die Lebensbedingungen der Bevölkerung nachhaltig verbessern. Das Projekt Gambia nachhaltige Energie wird sogar 1.000 Schulen und 100 Gesundheitszentren in ländlichen Regionen mit sauberer Energie versorgen, was einen gewaltigen Schritt in die richtige Richtung darstellt.
Innovative Ansätze zur Landnutzung
Die Bemühungen in Gambia sind Teil eines größeren Trends in Westafrika, der auf die dreifache Landnutzung abzielt. Ein interessantes Projekt, das APV-MaGa, verfolgt das Ziel, in ländlichen Regionen Nahrungsmittelanbau, Solarstromproduktion und Regenwassergewinnung zu kombinieren. Mit internationaler Unterstützung aus Deutschland, Mali und Gambia wird hier an innovativen Lösungen gearbeitet, die nicht nur die landwirtschaftliche Produktivität steigern, sondern auch lokale Ressourcen schonen.
In Gambia werden vier Demonstratoren installiert, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Region angepasst sind. Diese Initiativen fördern nicht nur die nachhaltige Entwicklung, sondern ermöglichen es der lokalen Bevölkerung, als Prosumenten aktiv zu werden. Die Kombination aus Technologie und lokaler Anstrengung könnte der Schlüssel zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Gambia sein und gleichzeitig das Potenzial der Agri-Photovoltaik aufzeigen.
Mit diesen Projekten, sowohl durch die Initiative von Mario Aulabauer als auch durch die umfassenden Programme zur Förderung erneuerbarer Energien, wird deutlich, wie wichtig der Einsatz für nachhaltige Lösungen in Gambia ist. Es ist ein Weg, der nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern auch Hoffnung für eine saubere und nachhaltige Zukunft bietet.