Gänsesäger erobern das Saarland: Ein seltener Brutnachweis begeistert Naturfreunde
In einer Welt, in der die Natur oft im Hintergrund drängt, hat sich ein aufregendes Ereignis im Saarland zugetragen. Gänsesäger, diese charmanten und seltenen Entenvögel, wurden erstmalig beim Brüten an der Prims beobachtet. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie hierzulande lediglich als Zugvögel bekannt – eine spannende Entdeckung, die das Herz eines jeden Naturfreundes höher schlagen lässt! Naturfotograf Bernd Konrad, ein echter Kenner der Vogelwelt, hat seit Februar 2023 mehrere dieser Vögel in der Primsaue zwischen Primstal und Bardenbach beobachten können. Und am 1. Juni 2023 geschah das Unglaubliche: Er sah ein Gänsesäger-Weibchen mit einem Jungvogel an der Prims bei Lockweiler. Das war der erste Brutnachweis dieser Art im Saarland!
Konnte man sich das Schicksal schöner vorstellen? Bernd, der auch Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Lockweiler-Krettnich und Mitglied im Ornithologischen Beobachterring Saar ist, saß ab 5.30 Uhr in einem Tarnzelt, ganz still und geduldig. Um 7.45 Uhr entdeckte er das Weibchen mit ihrem Küken, die fröhlich primsaufwärts schwammen. Ein ganz besonderes Bild: Das Weibchen fütterte den kleinen Vogel mit zerkleinerten Krebsen! Um 8.05 Uhr schwammen beide wieder zurück – ein ganz normaler Morgen, der für Bernd zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.
Ein seltener Anblick
Gänsesäger (Mergus merganser) sind nicht nur in Deutschland eine Seltenheit, sondern gelten in ganz Mitteleuropa als gefährdete Art. Sie brüten vorwiegend an der Ostsee, im nördlichen Brandenburg, im Odertal, im südbayerischen Voralpenraum und an großen alpinen Seen. Wenn man bedenkt, dass Gänsesäger Höhlenbrüter sind, die Löcher in alten Bäumen oder sogar künstliche Nistkästen nutzen, wird klar, wie wichtig es ist, ihren Lebensraum zu schützen.
In der Regel sind Gänsesäger eher Wintergäste in Deutschland, doch ihre Brutgebiete erstrecken sich über Skandinavien, Island, Irland, Estland, Lettland, Litauen, Russland, Nordeutschland und den Alpenraum. Dabei sind die Männchen deutlich größer als die Weibchen und haben ein auffälliges Gefieder. Während das Männchen in elegantem Weiß und Schwarz mit einem grünen Kopf daherkommt, trägt das Weibchen ein eher unscheinbares graues Gefieder mit braunem Kopf – doch Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters!
Ein Blick auf ihre Lebensweise
Ihr Lebensraum wird von klaren Seen und Flüssen geprägt, die reich an Fischen und Wasserinsekten sind – ein wahres Paradies für diese gefiederten Jäger. Gänsesäger sind gesellig und leben in kleinen Gruppen. Die Balz beginnt bereits im Winterquartier, wo die Männchen leise rufen. Von April bis Juni findet dann die Brutzeit statt, während der das Weibchen 8 bis 12 Eier legt und diese etwa 32 bis 34 Tage ausbrütet. Die Küken sind Nestflüchter und suchen sofort nach Nahrung im Wasser – eine aufregende Zeit für die frisch gebackenen Eltern!
Die Nahrung der Gänsesäger besteht hauptsächlich aus kleinen und mittleren Fischen, Wasserinsekten, Larven, Schnecken und sogar Krustentieren. Um sich ihren Hunger zu stillen, tauchen sie bis zu 10 Meter tief – ganz schön beeindruckend, oder? Doch wie viele Arten sind sie auch Gänsesäger diversen Bedrohungen ausgesetzt: Lebensraumzerstörung durch den Menschen und Umweltgifte sind dabei die größten Gefahren, während natürliche Feinde wie Eulen und Greifvögel ebenfalls eine Rolle spielen.
Die Entdeckung von Bernd Konrad ist ein wertvoller Beitrag zum Artenschutz und zeigt, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen. Denn ohne solche engagierten Beobachter bleibt uns vielleicht das ein oder andere Wunder verborgen. Wer mehr über Gänsesäger erfahren möchte, kann sich auf ornitho.de informieren und vielleicht selbst einen Blick in die faszinierende Welt der Vögel werfen.
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