Ende einer Ära: Schliessmeyer GmbH schließt nach Jahrzehnten in Zweibrücken
Heute ist der 16.06.2026, und in Zweibrücken hat sich etwas aufgetan, das die Stadt und ihre Menschen stark berührt. Die Schliessmeyer GmbH, ein Unternehmen mit einer beeindruckenden Geschichte, wird zum Jahresende 2026 schließen. Gegründet im Jahr 1962, war die Firma ein wichtiger Zulieferer für die Schuhindustrie und hat sich im Laufe der Jahre auf Kunststofftechnik und Werkzeugbau spezialisiert. Ein echter Traditionsbetrieb, der nun vor dem Aus steht – das hinterlässt Spuren.
Rund 60 Mitarbeiter sind betroffen von dieser Entscheidung. Sie wurden bereits im April 2026 über die bevorstehende Schließung informiert. Den Mitarbeitern steht ein schwerer Weg bevor, denn nicht nur ihre Arbeitsplätze sind in Gefahr, sondern auch die gesamte kulturelle Identität, die ein solches Unternehmen mit sich bringt. Die Stadt Zweibrücken erfuhr erst nach der Entscheidung von dieser schmerzlichen Nachricht. Oberbürgermeister Marold Wosnitza äußerte seine Besorgnis über den Verlust von Arbeitsplätzen und die Schließung eines Unternehmens, das seit Jahrzehnten fest in der Region verankert ist.
Der Weg zur Schließung
Im Herbst 2025 übernahm der schwedische Konzern KB Components die Schliessmeyer GmbH. Die ersten Schritte zur Schließung sind bereits sichtbar: Am 8. Juni 2026 begann der Abzug von Spritzgussmaschinen aus dem Werk in Zweibrücken. Die Maschinen, die einst für die Produktion von Spritzguss-Bauteilen genutzt wurden, werden nun an andere Standorte von KB Components in Litauen, Polen und der Slowakei verlagert. Ein echter Verlust – nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Region, die auf solche Unternehmen angewiesen ist.
Die Auftragsbücher von Schliessmeyer sind nach wie vor voll, was die Situation noch tragischer macht. Kündigungen sind bislang noch nicht vollständig ausgesprochen, doch die Unsicherheit schwebt über allen, die sich täglich in die Produktion begeben. Jens Schließmeyer, der ehemalige Geschäftsführer, bestätigte die Informationen über die Schließung in einer Betriebsversammlung im April. In der Region wird nun diskutiert, wie es weitergeht und welche Alternativen für die betroffenen Mitarbeiter bestehen.
Eine Geschichte voller Herausforderungen
Die Schliessmeyer GmbH war nicht nur ein Unternehmen, sondern ein Teil der Lebensgeschichte vieler Menschen in der Gegend. Mit einer Produktionsfläche von 4000 Quadratmetern und einem Umsatz von rund 13,7 Millionen Euro (2024 prognostiziert für die verbundenen Unternehmen) war sie ein wichtiger Akteur in der Kunststoffverarbeitung. Zu den Kunden zählten Größen wie Mercedes-Benz, John Deere und Beiersdorf. Man fragt sich, was aus all diesen Beziehungen wird, wenn die Maschinen einmal stillstehen.
Das Unternehmen hat in der Vergangenheit auch einige Meilensteine erreicht. 2016 wurde es an die Ernst & Cie AG verkauft, die einen langfristigen Mietvertrag für die Gebäude abschloss. 2020 erwarb Schliessmeyer die Firmen Spectrum GmbH und Spritzgussa Plastics, wodurch die Ernst Plastics Group entstand. Doch trotz dieser Entwicklungen ist die Schließung nun ein schmerzhaftes Ende für viele. Die Gewerkschaft IG Metall hat darauf hingewiesen, dass es bei Schliessmeyer keinen Betriebsrat gibt – ein weiterer Aspekt, der die Situation der Mitarbeiter kompliziert.
Der Blick auf die Unternehmensdemografie
In einem größeren Kontext betrachtet, spiegelt die Schließung der Schliessmeyer GmbH die Herausforderungen wider, denen viele Unternehmen in Deutschland gegenüberstehen. Die amtliche Statistik zur Unternehmensdemografie zeigt, dass Gründungen und Schließungen von Unternehmen ein ständiger Prozess sind. Mit neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen ab 2021 wird es spannende Veränderungen geben, die möglicherweise auch die Überlebensraten von Unternehmen beeinflussen.
Die Schließung in Zweibrücken ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Unternehmensdemografie gegenseitig beeinflussen. Regionale Ergebnisse sind nun europaweit verfügbar und können helfen, die Auswirkungen solcher Schließungen besser zu verstehen und möglicherweise in Zukunft zu vermeiden. Doch für die Mitarbeiter der Schliessmeyer GmbH bleibt die Frage: Was kommt danach?
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