Im Herzen von Trier, wo die Geschichte an jeder Ecke flüstert und die alten Mauern Geschichten erzählen, stehen die Zeichen der Zeit auf Veränderung. Das Bistum Trier, das älteste in Deutschland, plant in den kommenden Jahren die Schließung mehrerer Kirchen. Bischof Stephan Ackermann spricht über die Notwendigkeit einer langfristigen Immobilienstrategie, um den Wandel in der katholischen Kirche zu gestalten. Über 1,1 Millionen Katholiken leben im Saarland und Rheinland-Pfalz und stehen vor der Herausforderung, sich mit einer schwindenden Zahl an Pfarreien auseinanderzusetzen. Von einst 900 Pfarreien sind nur noch 168 in 34 pastoralen Räumen übrig.

Ein Prozess, der sich über acht Jahre erstrecken soll, wird klären, welche Kirchen in Zukunft vom Bistum unterstützt werden. Die Entscheidungen treffen die Kirchengemeinden vor Ort – ein Ansatz, der sowohl Verantwortung als auch Last auf deren Schultern legt. Auch wenn die letzten Fusionen erst Anfang dieses Jahres abgeschlossen wurden, spürt man die Reformmüdigkeit, die Bischof Ackermann anerkennt. Die Struktur- und Finanzfragen, die das Bistum betreffen, sind Teil eines umfassenden Wandels, der die Kirche in Deutschland prägt.

Ein neues Immobilienkonzept

Das Bistum arbeitet an einer Immobilienstrategie, die den Gemeinden helfen soll, ihren Immobilienbestand nachhaltig zu bewirtschaften. Diese Strategie umfasst verbindliche Regelungen zu zuschussfähigen Gebäuden, einen Prozess zur Erarbeitung eines Immobilienkonzeptes und zahlreiche Unterstützungsangebote. Ein Moratorium für Anträge auf Genehmigung und Bezuschussung von Baumaßnahmen über 100.000 Euro wird ab dem 1. Juli 2025 in Kraft treten. Ziel ist es, Tatsachen zu vermeiden, die die Erarbeitung eines klaren Immobilienkonzepts behindern könnten.

Im Rahmen dieses Moratoriums gibt es allerdings Ausnahmen: Verkehrssicherungspflichten, statische Mängel sowie Verpflichtungen aus bestehenden Verträgen sind weiterhin zulässig. Auch Baumaßnahmen für Kindertagesstätten sind davon nicht betroffen. Ein bisschen wie ein großer Puzzlespaß, bei dem man erst das große Bild sieht und dann die einzelnen Teile zusammensetzen muss – so könnte man das Vorgehen des Bistums beschreiben.

Die Herausforderung der Zukunft

Die Herausforderungen sind nicht nur lokal, sondern betreffen die gesamte katholische Kirche in Deutschland. Im Mai 2024 begann ein Beratungsprozess zur Entwicklung zukunftsfähiger und wirtschaftlich geeigneter Lösungen für den Immobilienbestand. Der Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch, betont, dass die Veränderungen nicht nur aus einem finanziellen Gesichtspunkt nötig sind, sondern auch aus sozialer und ökologischer Verantwortung. Viele Kirchengebäude werden nur sporadisch genutzt, während dringend Platz für soziale Angebote und Wohnraum fehlt. Ein Umdenken ist gefragt.

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Unterdessen sind die Pfarreien aufgefordert, sich intensiver mit ihren Immobilien zu befassen. Unterstützung wird angeboten, um die Entscheidungsträger vor Ort zu befähigen, selbstständig Lösungen zu finden. Die Kirche, als Teil der Gesellschaft, steht in der Pflicht, ihre Ressourcen intelligent zu nutzen und einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft zu leisten. Und wer weiß – vielleicht kann aus dieser Herausforderung auch eine neue Chance erwachsen, die nicht nur die Kirche, sondern auch die Gemeinschaft stärkt.