In den malerischen Dörfern des Landkreises Südliche Weinstraße (SÜW) kündigt sich eine aufregende Neuerung an: Die Familie Scheurich aus Essingen bringt ihre Bäckerei „Betty“ auf die Straße! Ja, richtig gehört! Mit einem mobilen Verkaufsstand wird die „Betty“ durch die Dörfer touren und frische Backwaren zu den Menschen bringen, die vielleicht schon lange auf eine gute Bäckerei warten. Und das ganz ohne auffälliges Logo oder Design – einfach pragmatisch, ganz nach dem Motto: „Weniger ist mehr“!
Die Macher hinter dieser Idee sind Constanze Scheurich, ihre Tochter Annalena Scheurich-Baumann und Schwiegersohn Jimmy Baumann. Sie haben sich vorgenommen, die Reichweite ihrer Bäckerei zu vergrößern und damit nicht nur die Herzen der Dorfbewohner, sondern auch deren Gaumen zu erobern. Es ist ein echter Schritt in die Zukunft des Handwerks, das sich dem Wandel anpassen muss, um relevant zu bleiben.
Tradition trifft Innovation
Doch die „Betty“ ist nicht die einzige Bäckerei, die in der Region für frischen Wind sorgt. De’ Bäcker Becker aus Edenkoben backt täglich mit viel Liebe und regionalen Zutaten. Hier wird nicht nur einfach Teig geknetet – die Bäcker setzen auf traditionelle, generationenalte Rezepte. Ob Weinbrot oder Kastanien-Spezialitäten, hier kommen regelmäßig neue Ideen auf die Theke. Mit über 60 Mitarbeitern ist dieser familiengeführte Betrieb ein echtes Schwergewicht in der Region, und die ehemalige Auszubildende Sarah Rohr hat sogar die Deutsche Meisterschaft der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk gewonnen. Hut ab!
Das große Engagement der Betriebe in der Südlichen Weinstraße zeigt, wie wichtig die Verbindung zu regionalen Produkten und handwerklicher Qualität ist. Die ausgebildete Brot-Sommelière Annalena Scheurich gibt ihr Wissen bei besonderen Aktionen und Events weiter – eine Bereicherung für alle, die mehr über die Kunst des Backens erfahren möchten.
Herrausforderungen und Chancen im Bäckerhandwerk
Doch das traditionelle Bäckerhandwerk steht unter Druck. Der „Bäckerei-Monitor Deutschland 2025“ von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat einige ernüchternde Zahlen hervorgebracht. Die Branche kämpft mit Fachkräftemangel, hoher Arbeitsbelastung und einem stetigen Strukturwandel. In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl der Betriebe im Bäckerhandwerk um 30% verringert. Das ist schon ein ordentliches Stück!
Aber es gibt auch positive Trends: Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung in der Branche. Die Zahlen der Bäcker*innen-Azubis sind um 11,4% gestiegen, und das zeigt, dass die Zukunft nicht ganz so düster aussieht. Guido Zeitler, der Vorsitzende der NGG, betont die Bedeutung von regionalen Produkten und der handwerklichen Qualität. Und das ist genau das, was die „Betty“ und ihre Mitstreiter verkörpern – ein echtes Stück Heimat auf Rädern!
In einer Welt, die sich ständig verändert, bleibt die Liebe zum Brot und die Handwerkskunst, die dahintersteckt, ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Kultur. Das, was die Familie Scheurich mit ihrer „Betty“ und die anderen Bäcker in der Region tun, ist nicht nur ein Geschäft – es ist eine Leidenschaft. Und ob mit oder ohne Logo, die Menschen werden das frische Brot, die Brötchen und die kleinen Leckereien, die auf Rädern zu ihnen kommen, mit offenen Armen empfangen.