Immer mehr Winzer aus der Pfalz haben ein spannendes neues Kapitel aufgeschlagen: alkoholfreier Wein. Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas ungewöhnlich, aber wenn man bedenkt, dass alkoholfreie Produkte derzeit im Trend sind, macht es umso mehr Sinn. Suchtexperte Achim Gooss, der in einem Interview über seine eigene, bewusste Auseinandersetzung mit dem Alkoholkonsum spricht, ist ein hervorragender Ansprechpartner in diesem Zusammenhang. „Ich trinke seltener Alkohol und hinterfrage bewusst meinen Konsum“, erzählt er. Und so stellt er fest, dass er Alkohol oft gar nicht benötigt – eine Erkenntnis, die möglicherweise viele von uns überraschen könnte!

Die deutsche Gesellschaft hat eine lange Geschichte, die eng mit alkoholischen Ritualen verknüpft ist. Man könnte sagen, historisch betrachtet waren die Deutschen ein Volk der Trinker. Diese tief verwurzelten Traditionen bringen eine gewisse Herausforderung mit sich, wenn es darum geht, neue Wege zu finden, um Genuss und Geselligkeit ohne Alkohol zu erleben. Doch die Pfälzer Winzer nehmen diese Herausforderung an und bieten mittlerweile eine Vielzahl an alkoholfreien Weinen an, die nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern auch die sozialen Aspekte des Weintrinkens aufrechterhalten können.

Qualität im Wandel

Eine interessante Entwicklung zeigt sich auch im Handel: Laut einer Umfrage suchen 16% der Weinfachhändler aktiv nach neuen Produkten im Bereich alkoholfreier Weine. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das Interesse an diesen Alternativen wächst. Eine Testreihe von WEIN+MARKT, bei der 148 alkoholfreie Weine und schäumende Getränke aus deutschen Grundweinen unter die Lupe genommen wurden, zeigt, dass die Qualität dieser Produkte erheblich verbessert hat. 58 der getesteten Weine erhielten Bewertungen von „gut bis sehr gut“. Wer hätte das gedacht? Wir reden hier nicht mehr nur von einem Nischenprodukt, sondern von einer ernstzunehmenden Kategorie.

Die Verbraucher verlangen mehr denn je nach Qualität und Vielfalt. 33% der Weinfachhändler sehen gute Absatzchancen für Weine mit wenig Alkohol, während 25% in alkoholfreie Weine Potenzial erkennen. Es ist spannend zu beobachten, wie sich die No-&-Low-Kategorie global entwickelt. Im Jahr 2022 verzeichnete sie ein Wachstum von 8% und wird bis 2027 eine jährliche Umsatzsteigerung von 7% erwarten. Ein echter Boom, könnte man sagen!

Ein Blick auf die Zahlen

Die Weinnova-Studie verdeutlicht die Ansprüche der Konsumenten an alkoholfreie Weine. Interessanterweise gibt es diese Produkte bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert, wobei Bier und Cider zunächst die führenden Kategorien waren. Die Jury des Tests stellte die alkoholfreien Produkte als eigenes Segment dar, ohne alkoholhaltige Weine als Maßstab zu nehmen. Das sorgt für eine objektive Bewertung und zeigt auf, dass es auch ohne Alkohol großartige Weine gibt!

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Die Preisspanne der getesteten Weine reicht von 4 bis 15 Euro, wobei die Mehrheit der Produkte im Bereich von 8 bis 10 Euro angesiedelt ist. Für die Qualität, die man heutzutage erwarten kann, ist das durchaus akzeptabel. Die häufigsten Rebsorten bei den alkoholfreien Weinen sind Riesling und Spätburgunder, wobei Weißburgunder mit einer Durchschnittsnote von 14,3 Punkten die Spitzenbewertung erzielt hat. Das sollte für viele ein Anreiz sein, sich einmal durch das Sortiment zu probieren!

Zumal die Mehrheit der Weine – und das ist auch ein spannendes Detail – keinen Jahrgang aufweist. Lediglich 33 Produkte stammen aus 2022. Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Industrie sich erst noch in einem Anpassungsprozess befindet. Aber hey, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Und wenn die Winzer der Pfalz weiterhin so kreativ und innovativ sind, dann dürfen wir gespannt sein, was uns in Zukunft noch erwartet.

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