In der beschaulichen Stadt Speyer, wo die Ruhe normalerweise Einzug hält, gab es am Wochenende gleich zwei Brände, die für Aufregung sorgten. In der Nacht von Freitag auf Samstag brannte ein Restaurant am Steinhäuserwühlsee bis auf die Grundmauern nieder. Und das ist noch nicht alles – in der darauffolgenden Nacht, von Sonntag auf Montag, geriet eine leerstehende Gaststätte in der Kutschergasse in Flammen. Ein wahrlich unruhiges Wochenende für die Anwohner.

Die Feuerwehr war schnell zur Stelle. Im Kutschergasse-Brand waren sogar Bewohner betroffen, die aufgrund des Feuers evakuiert werden mussten. Gegen 2.50 Uhr brach das Feuer im Erdgeschoss des ehemaligen Lokals aus. Die Einsatzkräfte retteten drei Menschen aus dem Ober- und Dachgeschoss – zum Glück blieben sie unverletzt. Der Sachschaden wird auf etwa 50.000 Euro geschätzt, was in Zeiten wie diesen wahrlich kein Pappenstiel ist.

Ermittlungen und Zeugenaufruf

Die Polizei vermutet bei beiden Bränden Brandstiftung. Das ist natürlich ein schwerwiegender Vorwurf, der die Ermittlungen anheizt. Bereits bei einem Brand Mitte März, der eine Scheune des Reitclubs Speyer traf, wurde dieser Verdacht geäußert. Alle drei Brände traten in der Nacht, gegen 3 Uhr, auf und weisen eine räumliche Nähe zueinander auf. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht dringend nach Zeugen, die in der besagten Nacht etwas Verdächtiges bemerkt haben.

Besonders gesucht werden Hinweise zu Personen, Geräuschen oder Fahrzeugen in der Umgebung. Wer etwas gesehen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0621 963 23312 melden. Ein Brandgutachter wird voraussichtlich am Mittwoch die Brandorte untersuchen, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Die Ermittlungen könnten sich über Wochen hinziehen, da zunächst die Sicherheit der Brandruinen gewährleistet werden muss. Es bleibt also spannend in Speyer – die Anwohner sind mit Sicherheit in Alarmbereitschaft.

Brandschutz und Statistik

Die jüngsten Vorfälle werfen nicht nur Fragen zur Sicherheit auf, sondern auch zur allgemeinen Brandgefahr in Deutschland. Die vfdb-Brandschadenstatistik zeigt, dass Küchen mit 27 % der Brandentstehungen ein Hauptschwerpunkt sind – und in Wohngebäuden machen sie beinahe die Hälfte aller Brände aus. Aber auch die Uhrzeit spielt eine Rolle: Zwischen 23 Uhr und 4 Uhr treten zwar weniger Brände auf, die Schäden sind jedoch oft erheblich.

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Über 5.000 Gebäudebrandeinsätze wurden in der vfdb-Statistik zwischen 2013 und 2017 erfasst. Das zeigt, wie wichtig die Prävention von Bränden ist. Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e. V. hat sich zur Aufgabe gemacht, fundierte Daten für Entscheidungen im Brandschutz bereitzustellen. Ein guter Ansatz, um zukünftige Brände zu verhindern und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken.

In Speyer bleibt zu hoffen, dass die Ermittlungen schnell vorankommen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Stadt hat in der letzten Zeit genug Feuer erlebt, und man wünscht sich nichts sehnlicher, als dass die Ruhe zurückkehrt.