Heute ist der 18.05.2026 und im kleinen, malerischen Dausenau, das mit seinem schiefen Turm weltweit bekannt ist, gab es ein ganz besonderes Event. Das irische Musikfestival, organisiert vom Kultur- und Heimatring Dausenau, zog zahlreiche Besucher an und sorgte für eine ausgelassene Stimmung. Trotz ein paar Regentropfen blieb die Freude ungetrübt. Es war, als hätte der Himmel die perfekte Kulisse für ein Fest geschaffen, das die Herzen aller Anwesenden eroberte. Die ersten Töne der Old Sheep Street Band hallten durch die Luft, gefolgt von der mitreißenden Musik von Piper’s Call.
Eine bemerkenswerte Präsenz auf dem Festival war Michelle Wittler, die erste irische Bürgermeisterin Deutschlands. Sie ist nicht nur eine beeindruckende Persönlichkeit, sondern auch ein echtes Bindeglied zwischen den Kulturen. Geboren in Clontarf, kam sie vor vielen Jahren nach Deutschland, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und blieb schließlich hier. Ihre Entscheidung, in Dausenau zu leben und zu arbeiten, hat sie nicht bereut. Die Bürgermeisterin, die seit sechs Jahren im Amt ist und für die Mitte-Links-SPD kandidiert hat, genießt das Vertrauen der Bürger. Die anfänglichen Vorbehalte gegen ihre irische Herkunft scheinen längst verschwunden zu sein.
Ein Fest für die Sinne
Das Festival bot nicht nur Musik, sondern auch ein echtes irisches Erlebnis für alle Sinne. Besucher konnten ihre Tanzkünste bei irischem Tanz ausprobieren und sich dabei köstliche Wildbratwurst und ein erfrischendes Guinness gönnen. Ein Highlight war das Whisky-Tasting, das die Kenner und Neulinge gleichermaßen begeisterte. Und dann war da noch das Irish Red, das von der Duzenower Braukultur gebraut wurde, auch wenn viele neugierig darauf warteten, es endlich zu probieren. Die Atmosphäre war geprägt von Freude und Geselligkeit, während die Skipper von den Booten, die in Dausenau festgemacht hatten, von der besonderen Stimmung berichteten.
Die irische Generalkonsulin Anne-Marie Flynn war ebenfalls anwesend und verlieh dem Fest einen zusätzlichen internationalen Flair. Es fühlte sich an wie ein großes Gemeindefest, bei dem man alte Freunde trifft und neue Bekanntschaften schließt. Ein Ort, an dem die Grenzen zwischen den Kulturen verschwommen sind, während die Klänge der Musik und die Düfte der Speisen ein unvergessliches Erlebnis schaffen.
Die Bürgermeisterin und ihre Wurzeln
Michelle Wittler, die mittlerweile die doppelte Staatsbürgerschaft von Deutschland und Irland besitzt, hat sich in der Gemeinde bestens integriert. Sie findet, dass die Bürger ihre Leistung inzwischen anerkennen und ihre Herkunft kein Thema mehr ist. Ihre Liebe zu Irland bleibt jedoch ungebrochen. So sorgt sie dafür, dass der alte Turm zu St. Patrick’s Day „begrünt“ wird, um die Verbindung zu ihrer Heimat aufrechtzuerhalten. Es ist eine kleine Geste, die viel über ihre Identität aussagt.
Auch wenn Dausenau keine große irische Gemeinschaft hat, hält sie den Kontakt zum Konsulat in Frankfurt und pflegt ihre Wurzeln. Die Rückkehr in ihre Heimat hat für sie eine nostalgische Bedeutung, die von Erinnerungen an ihre Eltern geprägt ist. Wie schön es ist, den alten, schiefen Turm in Dausenau zu sehen, der kürzlich restauriert wurde – ein Symbol der Beständigkeit und der Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Der nächste große Termin in Dausenau steht schon vor der Tür: Am 11. September wird die Kirmes gefeiert und ein Skippertreffen findet statt. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Gemeinde weiterhin entwickelt und welche kulturellen Einflüsse sie weiterhin prägen werden. Dausenau bleibt ein Ort der Begegnung und des Austauschs – und das ist es, was die kleine Gemeinde am Rhein so besonders macht.