Heute ist der 20.05.2026 und wir schauen in Rheinland-Pfalz auf ein Thema, das viele junge Menschen berührt: die Ausbildung in der Psychotherapie. Nach dem Psychologiestudium steht eine fünfjährige Weiterbildung an, um als kassenärztliche Psychotherapeutin oder Psychotherapeut arbeiten zu können. Doch die Realität sieht düster aus. Judith Kappmeyer, eine Studentin an der Uni Trier, steht exemplarisch für den Frust, der derzeit durch die Reihen der angehenden Therapeuten weht. Sie findet keinen Platz für ihre Weiterbildung, und das ist kein Einzelfall. In Trier gibt es schlichtweg keine verfügbaren Plätze, was ihre Chancen, die Ausbildung abzuschließen, extrem verringert. Ein wirklich frustrierendes Gefühl!
Das System, das bis 2020 galt, wurde zwar reformiert, aber die neuen Regelungen sind nicht ohne Probleme. Die Umstellung auf das Psychotherapiestudium, gefolgt von der Approbation und dann der fünfjährigen, vergüteten Weiterbildung, sollte eigentlich eine Verbesserung bringen. Doch die Krankenkassen zahlen hauptsächlich für die Patiententätigkeit und ignorieren dabei die essenziellen Ausbildungsanteile wie Theorie und Supervision. Das hat dazu geführt, dass die Einrichtungen mit einem Defizit von etwa 30 Prozent pro Weiterbildungsplatz kämpfen. Wer soll das ausgleichen? So verwundert es nicht, dass im Jahr 2026 in Rheinland-Pfalz 150 angehende Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ihr Studium beenden, aber nur 26 Weiterbildungsstätten mit wenigen freien Plätzen existieren.
Die Lage der Psychologiestudierenden
Es sind nicht nur die fehlenden Weiterbildungsplätze, die die Studierenden belasten. Der Mangel an finanziellen Mitteln für die Weiterbildung ist ein großes Problem. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) unterstützt die Forderungen der Studierenden und appelliert an die Politik, endlich eine verbindliche Regelung zur Finanzierung der Fachweiterbildung zu schaffen. DGPs-Präsidentin Eva-Lotta Brakemeier spricht von einer prekären Situation, die viele Studierende dazu zwingt, ihren Studienabschluss zu verzögern, in der Hoffnung, dass sich die Lage bald klärt.
Ein gewisses Maß an Ohnmacht schwingt mit, wenn man hört, dass viele talentierte Studierende in eine berufliche Sackgasse gedrängt werden. Dr. Andrea Benecke von der Psychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz fordert eine stärkere Förderung der Weiterbildung durch den Bund. Denn die psychotherapeutische Versorgung, besonders im ländlichen Raum, ist gefährdet. Viele Therapeuten verlassen die Region für ihre Ausbildung, was die Situation für die Patienten verschärft. Oft müssen sie bis zu 16 Monate auf einen Therapieplatz warten. Das ist nicht nur lang, sondern auch untragbar für viele, die dringend Hilfe benötigen!
Demonstrationen und Hoffnung auf Veränderung
An diesem Punkt ist es wichtig zu erwähnen, dass es bundesweit Demonstrationen gibt, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Eine große Demonstration findet am 16. Oktober 2024 um 15 Uhr vor dem Deutschen Bundestag in Berlin statt. Rund 5500 junge Menschen haben zum Wintersemester 2024/2025 ein Psychologiestudium aufgenommen, und etwa die Hälfte von ihnen möchte sich in der Psychotherapie spezialisieren. Es ist also ein großes Potenzial vorhanden, das dringend gefördert werden muss.
Das Median Reha-Zentrum in Bernkastel-Kues zeigt, wie es auch anders gehen kann. Es baut seine Weiterbildungsstellen aus und bindet angehende Psychotherapeuten in die stationäre Versorgung ein. Diese Initiative könnte als Beispiel für andere Einrichtungen dienen, die in der aktuellen Lage gefordert sind, kreativ zu denken und Lösungen zu finden. Während das Bundesgesundheitsministerium und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen sich bislang nicht zu den Problemen äußern, bleibt die Hoffnung auf Veränderung und eine bessere Zukunft für die psychotherapeutische Ausbildung.