Am 29. April 2026 fand in der Wiedparkhalle in Neustadt die Jahreshauptversammlung des Kreiswaldbauvereins Neuwied statt. Der Vorsitzende Uwe Werner richtete ein herzliches „Willkommen!“ an die zahlreichen Teilnehmer, die sich versammelt hatten, um über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der Forstwirtschaft zu diskutieren. Geschäftsführer Martin Werner hatte auch einiges zu berichten: Im Geschäftsbericht 2025/26 konnte er auf eine Mitgliederzahl von 498 zurückblicken und eine betreute Waldfläche von rund 5125 Hektar präsentieren.

Die vergangenen Monate waren geprägt von einer Vielzahl an Aktivitäten und Veranstaltungen. So fanden drei Wald-Informationstage statt, die nicht nur informativ waren, sondern auch viel Spaß machten. Auch die Teilnahme an den Westerwälder Holztagen war ein voller Erfolg. Ein besonderes Highlight war die Unterzeichnung des Waldpakts „Holz als Energieträger“, der die Bedeutung von nachhaltiger Holzernte in den Vordergrund stellt. Die große Lehrfahrt ins Forstzentrum Hachenburg war ebenfalls ein spannendes Event, das viele interessante Einblicke bot. Geplant ist zudem eine große Lehrfahrt ins Saarland am 7. Oktober 2026, die sicher viele Teilnehmer anziehen wird.

Vorstandswahlen und forstpolitische Themen

Bei den Vorstandswahlen gab es einige Überraschungen. Uwe Werner wurde in seiner Position als 1. Vorsitzender bestätigt, und Frank Etscheid wurde als neuer 2. Vorsitzender gewählt. Zudem wurden Christian Allgeier und Uwe Gerd Heller als neue Beisitzer ins Boot geholt. Bei den sieben wiedergewählten Beisitzern spiegelt sich das Vertrauen der Mitglieder in die bewährte Führung wider.

Forstamtsleiter Uwe Hoffmann nutzte die Gelegenheit, um über drängende forstpolitische Themen zu sprechen. Der Klimawandel, der Umbau der Wälder, forstliche Nutzung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit – alles brisante Themen, die uns alle betreffen. Besonders die EU-Wiederherstellungs-Verordnung (W-VO) stand im Fokus seiner Ausführungen. Diese neue Verordnung hat in der Forstwirtschaft für viel Unruhe gesorgt. Die AGDW und die Familienbetriebe Land und Forst lehnen sie vehement ab. Kritisiert werden die unklaren Aspekte zur Auslegung, Durchführung und Finanzierung sowie die hastige Umsetzung. Es scheint, als ob die Stimmen der Waldbesitzer nicht ausreichend gehört werden, was die Beteiligung der Flächennutzer an der Verordnung betrifft.

Die Herausforderungen der W-VO

Die Bedenken der Waldbesitzer sind nicht unbegründet. Bei einer Informationsveranstaltung der Bundesministerien für Umwelt und Landwirtschaft äußerten Vertreter aus Privat- und Kommunalwald sowie Staatsforstbetrieben zahlreiche Vorbehalte. Es wird als problematisch angesehen, dass die W-VO keine Rücksicht auf die dynamischen Veränderungen der Waldökosysteme nimmt. AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter und Max von Elverfeldt von den Familienbetrieben haben die Antworten der Ministerien als unzureichend gewertet. Die unklare Kostenfrage bleibt ebenfalls ein großes Mysterium – wie sollen die finanziellen Belastungen für die Umsetzung der W-VO gedeckt werden?

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Eine frühzeitige und transparente Beteiligung aller relevanten Interessenträger wird gefordert, doch bislang bleibt die Einbeziehung der Flächennutzenden aus. Das wird als schwerwiegendes Problem angesehen. Die Waldbesitzer haben das Gefühl, dass ihre Stimmen nicht gehört werden, und das könnte fatale Auswirkungen auf den Umbau zu klimaresilienten Mischbeständen haben.

Inmitten dieser Diskussionen wurde auch Dieter Steinebach verabschiedet, was eine gewisse Wehmut in die Versammlung brachte. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln und wie die Waldbesitzer auf die Herausforderungen reagieren werden. Die kommenden Monate werden spannend, und der Kreiswaldbauverein hat sicherlich noch einige Themen auf der Agenda, die es wert sind, diskutiert zu werden.