In Koblenz, wo die Mosel auf den Rhein trifft, hat sich in den letzten Monaten einiges getan. Die Handwerkskammer (HwK) Koblenz hat ein bemerkenswertes Projekt ins Leben gerufen: den „Innovationsraum erneuerbare Energien“. Ein halbes Jahr nach seiner Einweihung wurde das Schulungs- und Demonstrationszentrum als echtes Vorzeigeprojekt für die Integration leistungsfähiger Energiesysteme anerkannt. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch der Grundstein für die Zukunft des Klimahandwerks gelegt.

Die Delegation des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) unter der Leitung von Dr. Kathrin Isele war kürzlich in Koblenz, um sich über dieses von staatlicher Seite geförderte Projekt zu informieren. Im Austausch mit den Verantwortlichen der HwK, Ralf Hellrich, Bernd Hammes und Peter Eich, wurden technologische Fortschritte und die Anforderungen an die Berufsbildung thematisiert. Vor allem die Bereiche Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik und Kältetechnik stehen im Fokus. Aber auch spannende Themen wie Künstliche Intelligenz und robotergestütztes Arbeiten waren Teil der Diskussion. Ein frischer Wind, der durch die Hallen weht!

Fachkräfte für die Energiewende

Doch die Herausforderungen sind groß. Der Klimawandel und die geopolitischen Spannungen, wie der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, erfordern in Deutschland eine beschleunigte Umsetzung der Energiewende. Im Handwerk gibt es einen akuten Mangel an Fachkräften, die sich um Energieeinsparungen und den Ausbau erneuerbarer Energien kümmern. Um dem entgegenzuwirken, wurde das Projekt „Energiesicherheit und Energiewende: Fachkräfteweiterbildung für Klimaschutz und Erneuerbare Energien“ ins Leben gerufen. Hier wird eine dreimonatige Bedarfsanalyse durchgeführt, um die dringendsten Qualifizierungsbedarfe zu erfassen.

Was passiert also konkret? Es wird ein eigenständiger Lehrgang zur Kompetenzentwicklung im Bereich Klimaschutz und Energiesicherheit entwickelt. Zudem sollen bestehende Meistervorbereitungen angepasst werden, um zusätzliche Module zu integrieren. Und das Beste: Ein „Train-the-Trainer“-Kurs wird konzipiert, um die neuen Konzepte bundesweit an Bildungs- und Umweltzentren des Handwerks zu verbreiten. Das alles soll bis 2024/25 modellhaft erprobt und evaluiert werden.

Integration und Qualifizierung

Besonders hervorzuheben ist die Integration geflüchteter Ukrainerinnen und Menschen aus anderen EU-Beitrittskandidatenländern in die Pilotphase des Projekts. Eine Ukrainerin schloss den Kurs „Energiemanagement Photovoltaik“ als Beste ab – ein Zeichen für die Chancen, die Bildung und Engagement bieten. Insgesamt haben bereits 100 angehende Meisterinnen aus verschiedenen Gewerken intensiv an Themen rund um Energieeffizienz gearbeitet. So wird nicht nur das Handwerk gestärkt, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur Klimafreundlichkeit geleistet.

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Außerdem gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten, die Unternehmen unterstützen sollen, neue Fachkräfte zu gewinnen und bestehende weiterzubilden. Dazu zählt das Bundesförderprogramm für Wärmepumpen, das Zuschüsse für Handwerks- oder Planungsunternehmen bietet, die an Kurzschulungen zur Wärmepumpentechnologie teilnehmen. Auch das ESF Plus MINT-Fachkräfteprogramm hat es sich zur Aufgabe gemacht, Unternehmen bei der Rekrutierung und Integration von Fachkräften aus den MINT-Bereichen zu unterstützen.

Es ist klar, dass die Zeit drängt. Die Anstrengungen, die in Koblenz unternommen werden, sind nicht nur lokal von Bedeutung, sondern haben das Potenzial, weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Branche zu haben. Somit bleibt die Frage: Wie wird sich die Landschaft der erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren entwickeln? In Koblenz jedenfalls wird ein spannendes Kapitel aufgeschlagen, das es wert ist, verfolgt zu werden.

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