Heute ist der 26.05.2026, und während der Duft von frischem Gras und die ersten Sonnenstrahlen den Morgen im Donnersbergkreis durchfluten, sind die Einsatzkräfte der Kitzrettung Moscheltal bereits aktiv. Seit zwei Jahren setzen sich Katharina Weber, John Newsome, Oliver und Dagmar Gläßge dafür ein, Rehkitze vor den gefährlichen Mähwerken zu schützen. Das Ziel ist klar: Diese kleinen, schüchternen Geschöpfe, die sich in den Wiesen verstecken, vor dem sicheren Tod zu bewahren.
Die Einsatzzeit beginnt früh am Morgen, denn die Temperaturen könnten die Sichtbarkeit der Kitze beeinträchtigen. Oliver Gläßge steuert seine Wärmebildkamera-Drohne mit einer Expertise, die nur durch seinen Jagdschein und einen speziellen Führerschein für Drohnensteuerung möglich ist. Vor jedem Einsatz muss er sich zudem mit dem Jagdpächter absprechen – Wilderei ist schließlich ein ernstes Thema, das man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Auf der Suche nach den kleinen Schätzen
Die erste Wiese wird abgeflogen. Nichts. Keine Rehkitze. Ein erleichtertes Aufatmen – das Mähen kann beginnen, ohne dass die kleinen Tiere in Gefahr sind. Doch auf der zweiten Wiese zeigt die Drohne ihre volle Wirkung. Ein etwa eine Woche altes Rehkitz wird lokalisiert. Mit bedächtigen Bewegungen fängt das Team das Tier ein und legt es vorsichtig in eine Kiste. So wird der menschliche Geruch minimiert, denn die Natur hat ihre eigenen Regeln, und die Rehgeiß könnte ihr Junges sonst nicht wiedererkennen.
Die Kiste wird an einen schattigen Platz unter einem Baum gebracht, wo das Kitz nach dem Mähen sicher wieder ausgesetzt werden kann. Es ist eine spannende und zugleich beruhigende Aufgabe. Komischerweise bleiben die Rehkitze während der ganzen Rettungsaktion erstaunlich ruhig, selbst wenn das Mähwerk in Betrieb ist. Man könnte sagen, sie haben einen eigenen „Killerinstinkt“ – die Gefahr wird erkannt, aber die kleinen Kämpfer wissen, dass sie in guten Händen sind.
Ein Team mit Herz
Das Team um Oliver und Dagmar Gläßge ist ein eingespieltes Ensemble. Jeder hat seine Rolle, jeder bringt seine Stärken ein. Katharina Weber und John Newsome tragen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung dazu bei, dass die Einsätze reibungslos verlaufen. Die gemeinsamen Morgenstunden sind nicht nur geprägt von der Arbeit, sondern auch von einer tiefen Verbundenheit zur Natur und zu den Tieren, die sie beschützen. Hier wird nicht nur geholfen, hier wird auch gelebt.
Der Einsatz ist mehr als ein Job – es ist eine leidenschaftliche Mission. Und so zieht es die Kitzretter immer wieder hinaus in die Wiesen, um das Unrecht des Mähens ohne Rücksicht auf die kleinen Lebewesen zu bekämpfen. Jedes gerettete Rehkitz ist ein kleiner Sieg, ein weiterer Grund, das Herz für die Natur und ihre Geschöpfe zu öffnen.