Am 24. April 2026 wird der Dokumentarfilm „Wahlkampf“ in den österreichischen Kinos Premiere feiern. Der Regisseur Harald Friedl hat SPÖ-Politiker Andreas Babler und sein Team über mehrere Jahre mit der Kamera begleitet. Der Film bietet einen tiefen Einblick in Bablers Karriere und zeigt seine Entwicklung vom Bürgermeister über den SPÖ-Parteivorsitz bis hin zum Mitglied der aktuellen Regierung. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen eines Wahlkampfs und die Funktionsweise politischer Prozesse, die in einem authentischen und unmittelbaren Stil des Direct Cinema präsentiert werden.
„Wahlkampf“ thematisiert nicht nur die politische Arbeit von Babler, sondern legt auch einen besonderen Fokus auf sein Team, das überwiegend aus jungen, motivierten Frauen besteht. Diese haben während der Dreharbeiten eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht, die im Film eindrucksvoll dokumentiert wird. Friedl, der erstmals während der Flüchtlingskrise 2015 in Traiskirchen auf Babler aufmerksam wurde, beschreibt ihn als mutig, resilient und authentisch. Trotz anfänglicher Skepsis, ob Babler die Wahl zum SPÖ-Bundesvorsitzenden gewinnen könnte, wagte Friedl den Schritt, einen Film zu drehen, dessen Final Cut ohne Einfluss von Babler oder der SPÖ entstand.
Ein Blick hinter die Kulissen
Der Film, der beim Grazer Austro-Kinofestival Diagonale uraufgeführt wurde, zeigt Szenen aus zwei Jahren des Wahlkampfs zur Nationalratswahl 2024. Die Dreharbeiten begannen im April 2023 als Porträt des Traiskirchner Bürgermeisters. Dabei entstanden eindrucksvolle Bilder, die die ständige Präsenz der Kamera und die damit verbundenen Herausforderungen für die Gefilmten thematisieren. Friedl hebt hervor, dass es keine wesentlichen Einschränkungen beim Filmen gab, lediglich einige Bereiche, die nicht gefilmt werden durften.
Allerdings sorgte der Film auch für Kontroversen. FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss bezeichnete ihn als „politischen Skandal“ und „Werbevideo“ für Babler. Patricia Huber, die damalige Kommunikationschefin der SPÖ, äußerte den Wunsch, bestimmte Szenen aus dem Film herauszunehmen. Der Film zeigt auch angespannte Momente in der SPÖ-Spitze, insbesondere während der Brucknerhaus-Affäre, und verdeutlicht die Schwierigkeiten der SPÖ, Arbeiter*innen zurückzugewinnen.
Emotionen und Entscheidungen im Wahlkampf
Ein zentrales Element des Films ist die Darstellung der emotionalen Entscheidungen, die während des Wahlkampfs getroffen wurden. Die Presse berichtete überwiegend fair über Babler, während Boulevardmedien oft kritisch waren. Der Film verzichtet bewusst auf Interviewszenen, um eine maximale Unmittelbarkeit zu erreichen und die Emotionen der Beteiligten einzufangen. Dies verleiht dem Werk eine besondere Authentizität und lässt die Zuschauer hautnah an den politischen Prozessen teilhaben.
Mit einer Finanzierung von rund 240.000 Euro durch Fördergelder des Österreichischen Filminstituts, des Filmfonds Wien und des Landes Niederösterreich ist „Wahlkampf“ ein bemerkenswertes Projekt, das nicht nur die politische Landschaft Österreichs beleuchtet, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte dokumentiert. Am 8. Mai wird der Film zudem beim Münchner DOK.fest gezeigt, was die Relevanz und das Interesse an dieser politischen Biografie unterstreicht.