Heute, am 19. Mai 2026, beginnt Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) aus Nordrhein-Westfalen eine spannende und gleichzeitig tiefgründige zweitägige Reise nach Polen. Ziel dieser Reise ist die Partnerregion Schlesien sowie der Besuch des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Ein Ort, der für viele unvergesslich bleibt und der für den Holocaust steht, an dem über 1,1 Millionen Menschen, hauptsächlich Juden, ermordet wurden. Es ist Wüsts erste Reise dorthin, und er hat sich vorgenommen, den Opfern der Shoah zu gedenken.

Die Gespräche, die Wüst am Dienstag führen wird, sind vielschichtig und wichtig für die zukünftige Zusammenarbeit. In Kattowitz stehen Unterhaltungen mit Politikern der Woiwodschaft Schlesien auf der Agenda, wobei der Fokus auf Themen wie europäische Resilienz, Sicherheit kritischer Infrastrukturen und die Gesundheitsversorgung gelegt wird. Das Weimarer Dreieck, das Nordrhein-Westfalen, Schlesien und die französische Region Hauts-de-France verbindet, wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Es wurde 1991 ins Leben gerufen, um die politische Kooperation zwischen Deutschland, Frankreich und Polen zu fördern.

Stärkung der deutsch-polnischen Beziehungen

Ein weiterer spannender Aspekt der Reise ist die Initiative „Botschafterinnen und Botschafter NRW–Schlesien“. Diese soll die gesellschaftlichen Beziehungen zwischen NRW und Schlesien stärken und ist ein Zeichen des Willens zur engeren Zusammenarbeit. Wüst wird von einer vielfältigen Delegation aus Vertretern der Landesregierung, Wissenschaft, Kultur, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft begleitet, was die Bedeutung dieser Reise unterstreicht.

Wüst hatte ursprünglich eine Reise nach Polen für November 2024 geplant, die jedoch abgesagt wurde. Die aktuelle Reise findet in einem besonders sensiblen Kontext statt, nämlich vor dem Hintergrund der Stärkung des deutsch-polnischen Verhältnisses während des laufenden russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. In Nordrhein-Westfalen leben rund 800.000 Menschen mit polnischen Wurzeln. Es ist an der Zeit, diese Verbindungen zu feiern und zu vertiefen.

Erinnerungskultur und Gedenkstätten

Auschwitz-Birkenau, der Ort, an dem die Rote Armee am 27. Januar 1945 etwa 7.000 Überlebende fand, ist nicht nur ein historisches Mahnmal, sondern auch ein Symbol für die Verantwortung, die wir gegenüber der Vergangenheit tragen. Wüst setzt sich aktiv für den Kampf gegen Antisemitismus ein, insbesondere nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. In Nordrhein-Westfalen wurde ein Zehn-Punkte-Plan gegen Antisemitismus vorgelegt, der darauf abzielt, das Bewusstsein zu schärfen und sicherzustellen, dass alle Schüler in NRW eine Gedenkstätte besuchen.

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Diese Reise und die damit verbundenen Gespräche sind Teil eines größeren Rahmens, der die deutsch-polnische Erinnerungskultur stärken soll. Das Deutsch-Polnische Gedenkstättenforum, ein Netzwerk von Gedenkstätten und Erinnerungsinstitutionen, trägt dazu bei, die Verbrechen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aufzuarbeiten und den Austausch zwischen deutschen und polnischen Gedenkstätten zu fördern. Der fachliche Austausch steht hier im Vordergrund, und es werden gemeinsame Projekte angestrebt, die die Erinnerung an die Opfer lebendig halten.

Bei der ersten Tagung des Forums im März 2026 in Lublin fanden sich Vertreter zahlreicher Institutionen zusammen, um über zukünftige Kooperationen und unterschiedliche erinnerungskulturelle Ansätze zu diskutieren. Es ist an der Zeit, dass diese wichtigen Themen nicht nur in den Gedenkstätten, sondern auch in der Gesellschaft insgesamt präsent sind. Die Erinnerung an die Vergangenheit ist nicht nur eine Frage der Bildung, sondern auch ein Schritt hin zu einer besseren und solidarischeren Zukunft.