Wohnen neu gedacht: Wie Nordrhein-Westfalen aus leerstehenden Gewerbeimmobilien Wohnraum schafft
Die Wohnungsnot in Nordrhein-Westfalen ist so akut wie nie zuvor. Mit einem Mangel von rund 376.000 Wohnungen ist der Handlungsbedarf enorm. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, hat das Bundesbauministerium am Mittwoch das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ ins Leben gerufen. Der Gedanke dahinter? Leerstehende Gewerbeimmobilien in Wohnraum zu verwandeln. Was für eine Idee! Denn in Zeiten von Homeoffice und Online-Bestellungen stehen viele Büroflächen leer. Eine win-win-Situation also, nicht wahr?
Das Programm hat gleich drei Hauptziele: Leerstand bekämpfen, Wohnraum schaffen und klimagerechte Sanierungen fördern. Man könnte fast sagen, es ist ein Alleskönner! Insgesamt stehen dafür 300 Millionen Euro zur Verfügung, und das ist keine Kleinigkeit. Anträge können sowohl von Selbstnutzern als auch von Investoren gestellt werden, die pro Wohnung bis zu 30.000 Euro Zuschuss erhalten können. Und das Beste daran? Die Förderung muss nicht zurückgezahlt werden. Das klingt doch gut!
Die Herausforderungen
Doch so einfach ist es nicht: Nicht jedes Bürogebäude eignet sich für die Umwandlung. Technische Gegebenheiten, Belichtung und natürlich die Kosten spielen eine entscheidende Rolle. Matthias Günther vom Pestel-Institut ist skeptisch und äußert Bedenken, dass dieses Programm den Wohnungsmarkt in NRW tatsächlich retten kann. Und das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass 2024 nur etwa 41.000 Wohnungen fertiggestellt wurden – 15 % weniger als im Vorjahr! Das zeigt, wie dringend hier Lösungen gebraucht werden.
Die Auflagen für die Sanierung sind klar: Der Energieverbrauch muss deutlich gesenkt und überwiegend erneuerbare Energien genutzt werden. Das energetische Niveau muss mindestens „Effizienzhaus 85 EE“ erreichen. Für Baudenkmale gelten abgemilderte Anforderungen, was zumindest eine kleine Erleichterung darstellt. Umnutzung und energetische Sanierung sollen zusätzlichen Wohnraum schaffen, ohne neue Flächen zu beanspruchen. Das Ziel ist klar: lebendige Innenstädte, die auch in Zukunft attraktiv bleiben.
Erfolgreiche Beispiele
Schaut man auf die bisherigen Erfolge, wird die Vision greifbar. Der „Bob Campus“ in Wuppertal, wo aus einer alten Textilfabrik Wohnungen entstanden, oder die alte Polizeiwache in Dortmund-Hörde, die jetzt 23 Wohnungen beherbergt – das sind echte Lichtblicke! In Kiel wurden aus leerstehenden Gewerbeflächen zehn neue Wohnungen geschaffen. In Köln könnte man mit 58 umgebauten Büros sogar barrierefreie Patiowohnungen anbieten. Und in Chemnitz entstanden 24 moderne Wohneinheiten aus einer ehemaligen Schule. Solche Projekte zeigen, wie viel Potenzial in der Umnutzung steckt.
Doch trotz der positiven Beispiele bleibt die Frage, ob die Förderungen den gewünschten Effekt haben werden. Die Deckelung der Förderung auf 300.000 Euro pro Investor könnte eine Hürde darstellen. Außerdem sind die Baupreise gestiegen, was viele potenzielle Investoren abschrecken könnte. Dabei sind zinsverbilligte Kredite für Familien mit geringen oder mittleren Einkommen im Programm Wohneigentum für Familien (WEF) ein echter Anreiz, um den sozialen Wohnungsbau voranzutreiben.
Ein Blick in die Zukunft
Bis 2030 müssen jährlich etwa 94.000 neue Wohnungen in NRW entstehen. Das ist eine gewaltige Aufgabe! Und während das Programm „Gewerbe zu Wohnen“ einen ersten Schritt darstellt, wird klar, dass es mehr als nur finanzielle Anreize braucht, um den Wohnungsmarkt nachhaltig zu entlasten. Vielleicht können wir bald von weiteren positiven Entwicklungen in diesem Bereich berichten – man darf gespannt bleiben!
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