Heute ist der 19.05.2026, und während sich die Sonne über Hof Homann in Laer im Kreis Steinfurt erhebt, versammeln sich Vertreter aus Kommunalverwaltungen, Stadtmarketingvereinen und Kulturorten zu einem spannenden Netzwerktreffen. Organisiert vom Amt für Kultur, Tourismus und Heimatpflege des Kreises Steinfurt, dreht sich alles um die digitalen Veränderungen und neuen Reisetrends, die unsere Zeit prägen. Ein Thema, das nicht nur die Reisenden, sondern auch die Anbieter vor große Herausforderungen stellt.
Inmitten der rustikalen Kulisse des Hofes, wo Tradition auf moderne Arbeitskonzepte trifft, skizziert Hendrik Homann seine Vision zur Umgestaltung des Familienbesitzes in einen Coworking-Space. Hier, wo früher Kühe und Traktoren dominierten, sollen jetzt kreative Köpfe zusammenkommen. Bürgermeister Manfred Kluthe hebt den Wert des Austausches und der Kooperation hervor. „Das ist genau der richtige Ort für solch einen Dialog“, sagt er und unterstreicht die Bedeutung von Netzwerken in der heutigen Zeit.
Die Zukunft des Reisens: Bleisure und Workation
Ein weiterer Höhepunkt des Tages ist der Vortrag von Prof. Dr. Peter Neumann. Er stellt spannende Forschungsergebnisse zu zwei Trends vor, die das Reisen revolutionieren: „Bleisure Travel“ und „Workation“. Bei „Bleisure Travel“ kombinieren Geschäftsreisende ihre Arbeit mit Freizeitaktivitäten, was nicht nur den Stress des Reisens verringert, sondern auch die Erwartungen an die Gastfreundschaft neu definiert. Bei „Workation“ wird der Arbeitsplatz temporär an touristisch attraktive Orte verlagert. Diese neuen Ansätze bieten frische Perspektiven und Chancen für den Kreis Steinfurt, betont Neumann. „Hier gibt es Potenziale, neue Gäste zu gewinnen!“, ruft er in den Raum.
Interessanterweise zeigen aktuelle Studien, dass 98% der Remote-Arbeiter gerne dauerhaft beim flexiblen Arbeiten bleiben würden. Es ist also kein Wunder, dass die Nachfrage nach Coworking-Spaces sprunghaft ansteigt. Diese Orte sind nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Hotspots für Networking und Partnerschaften. Und wenn wir an die Möglichkeiten denken, die moderne Technologien wie KI und cloudbasierte Tools bieten, wird klar, dass die Zukunft des Arbeitens und Reisens in einer neuen Synergie liegt.
Innovationen in der Gastronomie und Hotellerie
Aber wie reagiert die Branche auf diese Veränderungen? Die Hotellerie passt sich an die Bedürfnisse von „Bleisure Travelers“ an, indem sie beispielsweise verlängerte Aufenthalte und spezielle Arbeitsbereiche anbietet. Hotels investieren in Hochgeschwindigkeitsinternet und flexible Buchungssysteme, um die Ansprüche dieser modernen Reisenden zu erfüllen. Ein Beispiel dafür ist das Kimpton Armory Hotel in Bozeman, Montana, das seine Infrastruktur für digitale Nomaden aufpoliert hat.
Die heutigen Diskussionen und Präsentationen, unter anderem von Kristina Dröge und Cornelius Hindersmann, liefern wertvolle Einblicke in die aktuelle Kultur- und Tourismusförderung. Die Organisatoren ziehen ein positives Fazit aus dem Austausch – es war ein gelungener Tag, der nicht nur Informationen, sondern auch Inspiration und neue Kontakte gebracht hat.
So endet das Netzwerktreffen in Hof Homann, aber die Ideen und Visionen, die hier geboren wurden, werden sicherlich noch lange nachhallen. In einer Zeit, in der Reisen und Arbeiten zunehmend miteinander verwoben sind, sind solche Foren unerlässlich, um die Weichen für eine zukunftsorientierte Entwicklung im Tourismus zu stellen. Die Gäste, die hier herkommen, sind nicht nur Touristen, sondern Teil einer neuen Ära, in der Arbeit und Freizeit harmonisch miteinander verwoben sind.