In der Bezirksliga, Gruppe 2, brodelt es gewaltig. Der Einsatz von Spielern aus der ersten Mannschaft sorgt für hitzige Diskussionen, gerade jetzt, wo sich die Mannschaften im Abstiegskampf befinden. DV Solingen II hat seit dem Ende der Landesliga-Saison satte 18 Spieler aus der ersten Mannschaft eingesetzt. Wer hätte gedacht, dass das so viele sind? Unter diesen sind auch Kapitän Sercan Er, der in fünf Einsätzen zwei Tore erzielte, sowie der Stammkeeper Danylo Zenikov mit vier Einsätzen und Eray Yigiter, der ebenfalls viermal auf dem Platz stand und zwei Tore beisteuerte. Man muss schon sagen, das klingt fast wie ein Geheimrezept für den Aufstieg, oder?
Doch während DV Solingen II in der Hinrunde mit nur fünf Punkten auf dem letzten Platz dümpelte, hat sich das Blatt gewendet. Nun stehen sie mit 32 Punkten da und kämpfen gegen den Abstieg. Mit SSV Berghausen (30 Punkte), SG Hackenberg (31 Punkte) und SSVg Velbert II (34 Punkte) ist der Abstiegskampf mehr als hitzig. Ralf Dietrich, Trainer des SSV Berghausen, äußert sich kritisch und spricht von Wettbewerbsverzerrung. Er fordert eine Regelung vom Verband, um dem Treiben Einhalt zu gebieten. Das sind klare Worte, die da fallen!
Die andere Seite der Medaille
Auf der Seite von DV Solingen II gibt es jedoch einen anderen Blickwinkel. Trainer Sahin Sezer wehrt sich gegen die Vorwürfe. Für ihn sind die Spieler aus der ersten Mannschaft unabdingbar, um die benötigte Spielpraxis zu sammeln. Und ganz ehrlich – wer kann das nicht nachvollziehen? Auch Eray Ates, sportlicher Leiter der SG Hackenberg, zeigt sich frustriert über die Situation und wünscht sich eine Anpassung der Regeln, bleibt aber fokussiert auf die eigenen Leistungen. Man muss ja schließlich auch die eigenen Hausaufgaben machen, oder?
Inmitten all dieser Diskussionen plant der SV Wermelskirchen, sich aus der Liga zurückzuziehen. Das wird die Punktekonstellation nicht beeinflussen, da dies erst nach dem 1. Mai geschieht. Ein bisschen wie ein Schatten, der plötzlich verschwindet – da fragt man sich, was das für die anderen Teams bedeutet. Und auch wenn DV Solingen keine Regeln bricht, wird die Fairness in der aktuellen Debatte doch mehr als fraglich.
Ein Blick auf das größere Bild
Die Themen im Amateurfußball sind oft vielschichtiger, als man denkt. Der DFB hat seit der Saison 2014/2015 die Lage des Amateurfußballs in Deutschland bezüglich Gewalt und Diskriminierung jährlich unter die Lupe genommen. In der Saison 2024/2025 wurden 829 gewalt- oder diskriminierungsbedingte Spielabbrüche registriert. Das ist zwar ein Rückgang von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr, dennoch bleibt es ein ernstes Thema. Immerhin waren von 1,286 Millionen Partien nur 0,06 Prozent betroffen. Eine Statistik, die zum Nachdenken anregt.
Die Zahl der Gewaltvorfälle bei Spielen ist ebenfalls gesunken – 3494 Vorfälle wurden in der vergangenen Saison erfasst, was einem Rückgang von sechs Prozent entspricht. Diskriminierungsvorfälle sind um 3,1 Prozent gesunken. Ronny Zimmermann, der 1. DFB-Vizepräsident Amateure, hat recht: Es bleibt wichtig, für einen respektvollen Umgang im Fußball zu sorgen. Die Zahl der Geschädigten ist um fünf Prozent zurückgegangen, was zumindest einen kleinen Lichtblick darstellt. Aber der Weg ist noch lang, und es gibt noch viel zu tun.