Am 20. Juni 2026 ist es soweit: Die Kulturkirche Neu-St. Thomä in Soest öffnet ihre Türen für eine ganz besondere Ausstellung der Fotografin Manon von Ikier-Hoppe. Sie zeigt dort ab 17 Uhr ihre faszinierenden Fotografien, die durch ein ganzes Jahr langes Arbeiten im Steinbruch Rinsche entstanden sind. Entstanden sind dabei 40 beeindruckende Bilder, die die unterschiedlichsten Lichtverhältnisse und Stimmungen festhalten. Teilweise in Schwarzweiß, aber auch in kräftigen Farben, spiegeln die Fotografien die Atmosphäre dieses einzigartigen Ortes wider.

Der Steinbruch Rinsche, bekannt für seinen Anröchter Grünsandstein, bietet nicht nur einen beeindruckenden Anblick, sondern ist auch ein Ort voller Geschichte und Bedeutung. Es ist komisch, wie ein Ort, der recht unscheinbar erscheinen mag, sich in etwas so Inspiration bringendes verwandeln kann. Manon von Ikier-Hoppe hat an den Wochenenden von Sommer 2025 bis Frühjahr 2026 hier fotografiert. Ihre Werke sind eine Einladung, den Steinbruch aus neuen Perspektiven zu betrachten. Und das ist mehr als nur eine künstlerische Herausforderung – es ist ein Weg, die tiefere Bedeutung von Orten zu erkunden.

Die Ausstellung und ihre Erzählungen

Die Ausstellung läuft bis zum 9. August 2026. Neben den Fotografien gibt es auch Steinblöcke zu sehen, die an das Holocaust-Mahnmal in Berlin erinnern. Ein bewegendes Element, das die Besucher zum Nachdenken anregen soll. Auch der hintere Bereich des Steinbruchs, der als Biotop beschrieben wird und Vögel anzieht, wird thematisiert. Er wird zum Teil auch in den Vorträgen behandelt, die zur Ausstellung angeboten werden. Hier wird nicht nur die Schönheit des Grünsandsteins thematisiert, sondern auch die Geschichte der Steinindustrie in Anröchte.

Die Öffnungszeiten sind donnerstags, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Das gibt genug Gelegenheiten, um sich in der Kulturkirche Neu-St. Thomä von den fotografischen Eindrücken mitreißen zu lassen und sich in die Geschichten, die der Stein erzählt, zu vertiefen. Einführende Worte und kurze Vorträge bieten einen zusätzlichen Kontext zu den gezeigten Werken – ein echtes Erlebnis für alle Sinne.

Der Anröchter Grünsandstein

Was viele vielleicht nicht wissen: Der Anröchter Stein, oft fälschlicherweise als Anröchter Dolomit bezeichnet, ist ein Kalksteinvorkommen, das aus dem Turonium der Oberkreide stammt. Es gibt zwei Typen: den grünen Grünsandstein und den bläulichen Anröchter Blau. Diese Gesteinsarten sind nicht nur für die Landschaft, sondern auch für die Architektur der Region prägend. Sie finden sich in historischen Bauwerken, wie der Stadtbefestigung Soest, und werden in der Innen- und Außenarchitektur vielfältig genutzt – von Fassaden bis hin zu Kaminverkleidungen.

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Ein Blick ins Anröchter Steinmuseum zeigt, wie tief verwurzelt der Grünsandstein in der Geschichte der Gemeinde ist. Das Museum ist ein Lern- und Begegnungsort, der die geologischen Grundlagen und die gesellschaftliche Bedeutung des Steinabbaus beleuchtet. Wer dort vorbeischaut, kann sich über historische Werkzeuge und die Techniken zur Gewinnung und Verarbeitung des Steins informieren. Ein wahres Eldorado für alle, die sich für die Verbindung von Natur und Kultur interessieren!

Ein faszinierender Ort

Die Ausstellung von Manon von Ikier-Hoppe ist nicht nur eine Hommage an den Anröchter Grünsandstein, sondern auch eine Einladung, die eigene Wahrnehmung zu schärfen. Sie fordert uns heraus, den Steinbruch Rinsche nicht nur als Rohstoffquelle zu sehen, sondern als einen Raum der Kreativität und des Gedenkens. Hier wird Geschichte lebendig, und die Fotografien von Ikier-Hoppe sind der Schlüssel, um diese Geschichten zu erzählen. Ein Besuch lohnt sich also allemal – ob allein oder in geselliger Runde, die Eindrücke werden lange nachhallen.