In der Region Soest wird das Schützenwesen auch in diesem Jahr wieder großgeschrieben, und die Vorfreude auf die traditionellen Feste ist spürbar. In Enkesen-Paradiese und Waldhausen finden in diesem Jahr spannende Feierlichkeiten statt, die das bürgerliche Brauchtum hochleben lassen. Hier wird Geschichte gelebt und Gemeinschaft gepflegt, ganz im Sinne der Traditionen, die bis ins Mittelalter zurückreichen.

Beim Vogelschießen in Enkesen-Paradiese fiel der Vogel nach 78 Schüssen, und der neue König ist Gerd Lüsse, der mit seinem letzten Schuss den Holzvogel erlegte. Er folgt auf das Königspaar Dirk und Tatjana Hegemann. Die Feierlichkeiten beginnen heute, am 2. Mai, um 14:30 Uhr mit dem Antreten am Kloster. Danach zieht der Schützenzug durch Paradiese, mit einer Rast und einem Besuch des Bürgerschützenvereins Bad Sassendorf. Um 16:15 Uhr findet die Parade am Kloster statt, gefolgt von Kaffee und Kuchen in der Schützenhalle ab 16 Uhr. Ein Kinderschützenfest mit Krönung und Königstanz nach dem Rückmarsch rundet den Tag ab, bevor DJ Meinolf Radke ab 20 Uhr für musikalische Unterhaltung sorgt.

Festlichkeiten in Waldhausen

Auch in Waldhausen wurde ein neuer König proklamiert: Christoph Kussmann, der 27 Jahre alt ist, führt nun die St. Antonius-Schützen an. Die Proklamation fand am Freitagabend statt, nach einem spannenden Schießen, das bis zum 161. Schuss dauerte. Am heutigen Samstag stehen Tradition und Ehrungen im Mittelpunkt des Festes. Höhepunkt ist der große Zapfenstreich am Feuerwehrgerätehaus. Der Sonntag in Waldhausen beginnt um 14 Uhr mit einem Antreten und der Ehrung der Gefallenen. Danach folgt ein Festumzug durch den Ort, gefolgt von Königstanz und Kindertanz, bevor das Fest gegen 18 Uhr endet.

Tradition und Brauchtum

Das Schützenwesen ist ein fest verankertes bürgerliches Brauchtum, das in Deutschland in vielen Regionen unterschiedlich ausgeübt wird. Die Mitglieder der Schützenvereine tragen einheitliche Trachten und zeigen stolz ihre Vereinsfahnen. Ein zentrales Element des Schützenfestes ist das Vogelschießen, bei dem auf einen Holzvogel geschossen wird, der hoch oben auf einer Stange befestigt ist. Der letzte Teil des Vogels, der heruntergeschossen wird, bestimmt den Schützenkönig oder die Schützenkönigin. Diese Tradition ist nicht nur ein Wettkampf, sondern auch ein Anlass für gesellige Zusammenkünfte, Umzüge und Bälle in Schützenhallen und Festzelten, die das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Die Redewendung „Er/Sie hat den Vogel abgeschossen“ hat ihren Ursprung in diesem Ritual. Im Jahr 2015 wurde das Schützenwesen in Deutschland in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Ein Umzug ist ein fester Bestandteil des Schützenfestes und wird oft von Festreden und Ehrungen begleitet. Die Schützenkönige und -königinnen erhalten eine wertvolle Königskette, die im folgenden Jahr an die Nachfolgerin oder den Nachfolger weitergegeben wird.

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In Soest und Umgebung wird das Schützenfest nicht nur als ein Fest gefeiert, sondern auch als eine Möglichkeit, alte Traditionen zu bewahren und in die Zukunft zu tragen. So wird hier die kulturelle Identität der Region lebendig gehalten, und jeder Schütze, jede Schützin trägt dazu bei, diese wertvollen Bräuche am Leben zu erhalten.