Der Duft von gebrannten Mandeln, das Lachen der Kinder und der aufregende Klang von Fahrgeschäften – die Soester Allerheiligenkirmes ist für viele ein Höhepunkt im Jahreskalender. Aber in diesem Jahr steht die beliebte Veranstaltung unter einem dunklen Schatten. Im vergangenen Jahr hat die Kirmes einen Verlust von über 60.000 Euro gemacht, und das lässt die Verantwortlichen nicht kalt. Um die finanzielle Schieflage zu beheben, hat der Rat der Stadt Soest eine Gebührenerhöhung für die Schausteller beschlossen, die ab sofort in Kraft tritt.
Ab diesem Jahr müssen die Schausteller mit einer durchschnittlichen Gebührenerhöhung von fünf Prozent für ihre Stände und Fahrgeschäfte rechnen. Der Grund? Die gestiegenen Kosten für Personal und Sicherheit. Gerade die Sicherheitsvorkehrungen sind aufwendig, denn die Kirmes erstreckt sich über die gesamte Innenstadt. Dazu kommt, dass seit letztem Jahr drei Parkplätze als Wohnwagenplätze genutzt werden – was bedeutet, dass dort Einnahmen verloren gehen. Es ist ein Teufelskreis, der die Kirmes gefährdet.
Reaktionen der Schausteller
Die Reaktionen aus der Schaustellerbranche sind gemischt. Einige sehen die Entscheidung der Stadt als nachvollziehbar an, doch es gibt auch Bedenken. Thomas Schneider, der 1. Vorsitzende des Schaustellervereins „Soester Börde“, äußert die Befürchtung, dass die erhöhten Gebühren letztlich an die Besucher weitergegeben werden könnten. Das könnte die Kirmes weniger familienfreundlich machen – und das will niemand. Schließlich soll ein Volksfest für alle zugänglich bleiben, unabhängig von der Geldbörse.
Ein Arbeitskreis wurde ins Leben gerufen, um Einsparmöglichkeiten zu prüfen und die Attraktivität der Kirmes zu sichern. Er besteht aus Vertretern der Stadtverwaltung und der Schaustellerbranche. Man hofft, gemeinsam Lösungen zu finden, um die Kirmes nicht nur als wirtschaftliches, sondern auch als kulturelles Ereignis in Soest zu erhalten. Interessanterweise haben die Hüstener und Wendener Kirmessen beschlossen, in diesem Jahr die Gebühren für Schausteller nicht zu erhöhen. Das könnte die Soester Kirmes unter Druck setzen.
Ein Blick auf die Zukunft
In einer Zeit, in der alles teurer wird, ist es umso wichtiger, dass Veranstaltungen wie die Soester Allerheiligenkirmes bezahlbar bleiben. Die Einigkeit unter Veranstaltern und Schaustellern zeigt, dass man gemeinsam an einem Strang ziehen muss, um die Tradition lebendig zu halten. Die Herausforderung besteht darin, einen Weg zu finden, der sowohl den Bedürfnissen der Schausteller als auch denen der Besucher gerecht wird.
Für weitere Informationen zu den wirtschaftlichen Hintergründen der Schaustellerbranche und den Herausforderungen, denen sie gegenübersteht, lohnt sich ein Blick auf die Wirtschaftsstudie des Deutschen Schaustellerbundes. Dort werden aktuelle Trends und Entwicklungen analysiert, die auch für die Soester Kirmes von Bedeutung sein könnten. Es bleibt also spannend, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob die Kirmes auch in Zukunft ein Ort des Frohsinns und der Gemeinschaft bleibt.
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