Im Rhein-Sieg-Kreis ist eine dramatische Rettungsaktion in vollem Gange: 28 Islandpferde, die Anfang des Jahres in Königswinter in einem extrem schlechten Zustand aufgefunden wurden, stehen nun vor einer neuen Chance. Die Veterinäre des Rhein-Sieg-Kreises hatten die Pferde, abgemagert und ungepflegt, in ihrer tierschutzwidrigen Haltung vorgefunden. Sie litten unter starkem Parasitenbefall und benötigten dringend medizinische Versorgung. Im März beschlagnahmte das Veterinäramt die Tiere, um sie in Sicherheit zu bringen und ihnen die notwendige Pflege zukommen zu lassen.
Nach der erfolgreichen medizinischen Versorgung und dem Aufpäppeln der verletzlichen Vierbeiner ist nun der nächste Schritt in der Rettungskette geplant: Eine Versteigerung! Diese wird am Sonntag, den 17. Mai, im Auktionshaus Menrath S in Mönchengladbach stattfinden. Interessierte Käufer haben die Möglichkeit, die Islandpferde am Versteigerungstag ab 13.30 Uhr zu besichtigen, bevor die Auktion um 15 Uhr beginnt. Auf der Internetseite des Auktionshauses wird bereits am 2. Mai ein Versteigerungskatalog veröffentlicht, der alle Details zu den angebotenen Tieren enthält.
Die Tiere im Detail
Die 28 beschlagnahmten Islandpferde setzen sich aus 12 Hengsten und 16 Stuten verschiedenen Alters zusammen. Die einzigartigen Gangpferde, die sich durch ihre Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp sowie dem besonderen Viertakt Tölt auszeichnen, könnten bald neue Besitzer finden. Einige von ihnen beherrschen sogar den Rennpass, eine weitere faszinierende Gangart. Die Tiere befinden sich momentan im Reitstall der Familie Pierkes in Euskirchen, wo sie die nötige Pflege erhalten und sich von den Strapazen ihrer vergangenen Haltung erholen konnten.
Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Züchter in den Fokus der Tierschutzbehörden gerät. Bereits im Jahr 2025 wurden sechs Stuten aus seiner Obhut befreit, nachdem er die zuvor erlassenen Auflagen zur Pflege und Unterbringung der Pferde nicht eingehalten hatte. Infolgedessen erließ der Rhein-Sieg-Kreis ein Pferdehaltungsverbot gegen ihn, um eine weitere Gefährdung der Tiere zu vermeiden.
Einblick in die Zukunft der Pferde
Die Versteigerung der 28 Islandpferde gibt nicht nur den Tieren eine zweite Chance, sondern wirft auch ein Licht auf die Bedeutung des Tierschutzes in der Region. Kaufinteressenten müssen sich jedoch bewusst sein, dass sie einer Überprüfung durch das Veterinäramt zustimmen müssen, um sicherzustellen, dass die Tiere in ein verantwortungsvolles und artgerechtes Zuhause vermittelt werden. Diese Maßnahme ist essenziell, um ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern und den Schutz der Tiere zu gewährleisten.
Die bevorstehende Auktion ist somit nicht nur ein Anlass für Pferdeliebhaber, sondern auch ein Aufruf an alle, Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere zu übernehmen. In einer Zeit, in der Tierschutz immer mehr in den Fokus rückt, zeigt dieser Fall, wie wichtig es ist, aufeinander zu achten und gemeinsam für das Wohl der Tiere einzutreten.