Im Rhein-Sieg-Kreis, genauer gesagt in Bad Honnef, Meckenheim und Swisttal, haben dreiste Betrüger in letzter Zeit für Aufregung gesorgt. Diese Gauner geben sich als Spendensammler für soziale Einrichtungen aus und nutzen dabei eine besonders perfide Masche. Sie sprechen Passanten auf den Parkplätzen der Supermärkte an und behaupten, Spenden für eine Organisation zu benötigen, die sich um gehörlose oder taube Menschen kümmert. Dabei ist das Vorgehen alles andere als nobel!
Kein Bargeld nehmen sie an – so die Aussage der Betrüger. Stattdessen bitten sie um Überweisungen über ein Kartenlesegerät. Es klingt ja fast zu gut, um wahr zu sein, und das ist es auch. Heimlich erhöhen die Betrüger die Höhe der Abbuchungen, was den Opfern erst später auffällt. In drei Fällen, die bei der Polizei angezeigt wurden, erbeuteten sie insgesamt rund 5.000 Euro. Die Bonner Polizei ist jetzt auf der Suche nach weiteren Opfern und Zeugen. Wer in diesen Tagen auf dem Parkplatz eines Supermarktes auf einen solchen „Spendensammler“ trifft, sollte wachsam sein!
Vorsicht vor der Klemmbrett-Masche
Die Masche erinnert stark an die sogenannte „Klemmbrett-Masche“, bei der die Spendensammler aggressiv auftreten und sich oft als Gehörlose ausgeben. Kriminalhauptkommissarin Antje Walloßek rät dringend, sich nicht in Gespräche verwickeln zu lassen und kein Geld zu geben, wenn man sich bedrängt fühlt. Es ist wichtig, ruhig zu bleiben und die Situation genau zu beobachten. Wer sich unwohl fühlt, sollte nicht zögern, die Polizei unter der Notrufnummer 110 zu informieren.
Das Problem mit falschen Spendensammlern ist keineswegs neu. Deutsche Bürger spenden jährlich rund zwölf Milliarden Euro an gemeinnützige Organisationen. Doch die Schattenseiten dieser Großzügigkeit nehmen zu. Immer häufiger geben sich Betrüger als Vertreter von Organisationen aus, die sie nicht vertreten. Handicap International, eine Organisation, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt, berichtet von massiven Problemen mit falschen Spendensammlern. Sie sammeln beispielsweise kein Bargeld auf der Straße, was die Verdächtigung noch verstärkt. Geprellte Spender kontaktieren die Hilfsorganisation regelmäßig, um ihre Erfahrungen zu teilen.
Ein Appell zur Vorsicht
Die Dunkelziffer der Betrugsfälle ist vermutlich noch viel höher, denn Experten schätzen, dass fünf bis zehn Prozent der Spendengelder in die Taschen von Betrügern fließen. Das sind jährlich bis zu einer Milliarde Euro! Es ist also kein Wunder, dass der Deutsche Spendenrat empfiehlt, sich in Ruhe über Spendenorganisationen zu informieren, bevor man sein Geld hergibt. Seriöse Organisationen sammeln kaum noch Bargeld auf der Straße, was ein weiteres Indiz dafür ist, dass solche Sammlungen oft nicht seriös sind.
Falls Sie das nächste Mal auf einen „Spendensammler“ treffen, denken Sie daran: Fragen Sie nach und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Es könnte sich lohnen, die vermeintliche Notlage genauer zu hinterfragen. Auf diese Weise schützen Sie nicht nur Ihr eigenes Geld, sondern auch die vielen ehrlichen Sammler, die für einen guten Zweck unterwegs sind.