Das Alexius/Josef Krankenhaus in Neuss wird am Dienstag, den 19. Mai 2026, von 10 bis 12 Uhr, zum ersten Mal am bundesweiten Diversity Day teilnehmen. Die Veranstaltung findet im Kardinal-Frings-Saal, Nordkanalallee 99, statt. Es ist ein Ort der Zusammenkunft für Mitarbeitende, Interessierte sowie Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Gesundheitswesen. Die Themenpalette ist breit gefächert, doch der Fokus liegt ganz klar auf der Vielfalt in der psychiatrischen Versorgung. Dies ist besonders wichtig, denn die Bedürfnisse queerer Patientinnen und Patienten stehen im Mittelpunkt der Gründung der neuen „AG Vielfalt in der Psychiatrie“. Diese Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für die spezifischen Herausforderungen und Bedürfnisse dieser Gruppen zu schärfen.
Das Programm verspricht anregend zu werden! Impulsvorträge und persönliche Erfahrungsberichte werden die Teilnehmenden mitnehmen und zum Nachdenken anregen. Auch die Stadtgesellschaft und das Gesundheitswesen werden sich in Beiträgen zu Wort melden. Zu den Teilnehmern zählen unter anderem der Neusser Schützenkönig von 2025, Bert Römgens, sowie der Queerbeauftragte der Stadt Neuss, Niklas Wolfgruber. Die Initiative Rubicon Köln e.V. und Markus Rischen von der St. Augustinus Gruppe werden ebenfalls vertreten sein. Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist sicherlich das gemeinsame Hissen der Regenbogenfahne vor dem Krankenhaus. Ein starkes Symbol für Akzeptanz und Vielfalt!
Innovationen für die psychische Gesundheit
In der Welt der psychiatrischen Versorgung tut sich einiges. Ein spannendes Beispiel ist das Forschungsverbundprojekt TransCare, welches die telemedizinische Plattform TransGenderJourney entwickelt. Ziel dieser Plattform ist es, trans und nicht-binäre Menschen während ihres individuellen Transitionsprozesses zu unterstützen und zu begleiten. Die innovative Technologie, die hier zum Einsatz kommt, ist bemerkenswert – von der Analyse und Visualisierung von Stimmungs- und Aktivitätsdaten mithilfe Künstlicher Intelligenz bis hin zu einem Virtual-Reality-Headset, das soziale Szenarien simuliert. Es ist wie ein Werkzeugkasten für die Seele, der mit Informationen zur Transition und Empfehlungen zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens aufwartet.
Die enge Zusammenarbeit mit der Community ist ein weiterer bedeutender Aspekt dieses Projekts. Workshops, Umfragen und Feedbackrunden erlauben es, die Erfahrungen, Bedürfnisse und Wünsche der Nutzenden in die Gestaltung der Plattform zu integrieren. Das Ganze wird vom „Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert und läuft bis Ende August 2026. So wird nicht nur die Technologie weiterentwickelt, sondern auch ein Raum für Dialog und Verständnis geschaffen.
Herausforderungen für LSBTIQ-Personen
Ein Blick auf die Realität zeigt, dass die gesundheitliche Lage von LSBTIQ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Intergeschlechtliche und andere queere Menschen) stark von rechtlicher, gesellschaftlicher und medizinischer Anerkennung abhängt. Diskriminierung und Minderheitenstress haben oft schwerwiegende Konsequenzen für die psychische Gesundheit. Studien belegen, dass viele LSBTIQ unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder auch Schlafstörungen leiden. Die gesundheitlichen Herausforderungen sind vielfältig – und oft werden Präventionsangebote nicht angenommen, weil das Vertrauen in das Gesundheitswesen fehlt. Das ist einfach nicht hinnehmbar!
Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass 50% der befragten LSBTIQ* bereits eine Depression oder depressive Verstimmungen erlebt haben, wobei trans* Personen besonders betroffen sind. Das macht deutlich, dass hier Handlungsbedarf besteht. Der Weltärztebund fordert eine diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung. Es ist unabdingbar, dass trans* Personen das Recht auf selbstbestimmte medizinische Maßnahmen haben und dass die Kosten für geschlechtsangleichende Maßnahmen von den Krankenkassen übernommen werden.
Die anstehende Veranstaltung im Alexius/Josef Krankenhaus ist ein wichtiger Schritt, um die Sichtbarkeit und die Bedürfnisse queerer Menschen in der psychiatrischen Versorgung zu betonen. Sie bietet eine Plattform für Austausch, Verständnis und vor allem für positive Veränderung. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen nicht nur einmalige Ereignisse bleiben, sondern nachhaltige Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung und die gesellschaftliche Akzeptanz haben.