Die Arbeiten an der Gleichstromleitung Ultranet im Rhein-Kreis Neuss schreiten voran, und das Unternehmen Amprion hält uns über den Fortschritt auf dem Laufenden. In Neuss-Reuschenberg wird derzeit ein Schutzgerüst über die B477 errichtet. Ein bisschen Geduld ist gefragt, denn am Samstag, dem 6. Juni, wird die B477 zwischen 9 und 15 Uhr für jeweils etwa zwei Minuten gesperrt. Das klingt kurz, aber es ist der Preis, den wir für die Modernisierung und den Ausbau unserer Stromnetze bezahlen müssen!

Besonders spannend wird es, wenn wir uns die beiden Strommasten neben der B477 ansehen. Die werden nämlich umgerüstet, sodass sie für den Gleichstrombetrieb geeignet sind. Rund 20 Masten erhalten neue Isolatoren – eine spannende Aufgabe für die Bauarbeiter, denn der Austausch eines Mastes dauert in der Regel zwei bis vier Tage. Die beiden Masten in Neuss sollen voraussichtlich Anfang Juli erhöht werden. Vor Ort wird ein zusätzliches Maststück vormontiert und mit zwei Autokränen eingesetzt. In Summe wird die ganze Aktion etwa sechs Wochen in Anspruch nehmen, wobei das Wetter und der Bauablauf natürlich eine Rolle spielen.

Wichtiger Schritt für die Energiewende

Mit Ultranet wird eine Gleichstromverbindung geschaffen, die sich über etwa 340 Kilometer erstreckt und Osterath in Nordrhein-Westfalen mit Philippsburg in Baden-Württemberg verbindet. Diese Leitung hat das Potenzial, bis zu 2000 Megawatt zu übertragen und somit große Strommengen zwischen Nord- und Süddeutschland in beide Richtungen zu transportieren. Ein beeindruckendes Vorhaben, das im Bundesbedarfsplan verankert ist und als „Project of Common Interest“ (PCI) der Europäischen Union mit vordringlichem Bedarf eingestuft wird.

Das Ziel von Ultranet ist klar: Energie aus dem stark erzeugenden Norden in die Verbrauchszentren im Westen und Süden zu leiten. Wenn wir an die Windenergie denken, die im Norden produziert wird, wird deutlich, wie wichtig diese Verbindung ist, insbesondere wenn das Netz im Rheinland bereits voll ausgelastet ist. Und sollten die Winde einmal nicht blasen, können Kraftwerke in Nordrhein-Westfalen die Stromversorgung übernehmen. Eine echte Win-win-Situation!

Systemdienstleistungen für zukünftige Herausforderungen

Die Energiewende erfordert unweigerlich einen zügigen Ausbau erneuerbarer Energien und der dazugehörigen Stromnetze. Marktteilnehmer und Netzbetreiber müssen sich anpassen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat die „Roadmap Systemstabilität“ ins Leben gerufen, um einen Fahrplan für den Betrieb von Stromnetzen mit 100% erneuerbaren Energien zu erstellen. Das klingt nach einem großen Schritt in die richtige Richtung!

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Gerade die neuen Anforderungen, die durch die steigende Anzahl an erneuerbaren Erzeugungs-, Speicher- und Verbrauchsanlagen entstehen, sind nicht zu unterschätzen. Wir sprechen hier von einem „elektrotechnischen Wandel“, der neue Lösungen für den Netzbetrieb und die Systemstabilität erfordert. Und während die konventionellen Kraftwerke bisher die Stabilisierung übernommen haben, kommt jetzt die Technologie ins Spiel, die uns helfen soll, auch in turbulenten Zeiten die Kontrolle zu behalten.

Die Umrichter an den Enden der Gleichstromleitungen sind entscheidend, da sie im Notfall helfen können, Netzstörungen schnell zu beheben. Blitzschläge oder andere Störungen können so schneller bewältigt werden, was für uns alle von großer Bedeutung ist. Es ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine Frage der Sicherheit und Zuverlässigkeit in unserem täglichen Leben.

Insgesamt werden die Arbeiten an Ultranet nicht nur die Stromversorgung verbessern, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende leisten. Die Menschen im Rhein-Kreis Neuss dürfen sich auf eine stabilere und effizientere Stromversorgung freuen, während gleichzeitig die ökologische Baubegleitung darauf achtet, dass die Natur so wenig wie möglich belastet wird. Ein echter Lichtblick für die Region!