Am 4. Juni 2026 findet im Rhein-Kreis Neuss ein Ereignis statt, das die Herzen der Gläubigen höher schlagen lässt: Fronleichnam. Zehn Tage nach Pfingsten, wenn die ersten Sonnenstrahlen des Juni die Stadt erhellen, ziehen die Katholiken in Neuss auf die Straßen, um ihre Botschaft von Nächstenliebe und Erlösung zu verkünden. Es ist ein Fest, das nicht nur Tradition hat, sondern auch Gemeinschaft und Spiritualität in den Vordergrund rückt. Andreas Süß, der Oberpfarrer der neuen Großpfarre St. Quirinus, lädt herzlich dazu ein, Jesus Christus besser kennenzulernen – eine Einladung, die viele Neusser gerne annehmen werden.
In diesem Jahr wird die zentrale Fronleichnamsprozession von allen zwölf Gemeinden der Seelsorgebereiche Mitte, Süden sowie „Rund um die Erftmündung“ und vier Gemeinden aus dem Norden gemeinsam zelebriert. Um 9 Uhr beginnt alles mit einer Heiligen Messe auf der Sparkassenbühne der Landesgartenschau. Ein kostenloser Zugang für die Teilnehmer steht ab 8:15 Uhr über den Haupteingang Ost zur Verfügung. Nach der Messe zieht die Prozession über das Laga-Gelände, vorbei am Obertor und dem Kreishaus, zum Quirinus-Münster. Dort wird der sakramentale Segen gespendet, ein besonderer Moment, der den Gläubigen einen Hauch der Göttlichkeit näherbringt.
Ein Fest für alle Sinne
Der Pfarrer des Seelsorgebereichs Neuss-Nord, Hans-Günther Korr, lädt alle Neusser ein, an diesem festlichen Ereignis teilzunehmen. Und das mit gutem Grund! Nach dem Schlusssegen gibt es auf dem Münsterplatz die Möglichkeit zum geselligen Beisammensein – mit einem köstlichen Pilgeressen, das den Magen erfreut und die Seele wärmt. Dazu wird festliche Blasmusik von „Novesian Brass“ erklingen, die dem ganzen Fest einen fröhlichen Rahmen verleiht. Man kann sich auf Brötchen, Würstchen und erfrischende Getränke freuen – und für die kleinen Gäste gibt es sogar einen Eiswagen! Das klingt doch nach einem perfekten Ausklang eines spirituellen Tages.
Die Prozession selbst wird von Kitas und Familienzentren mit einem Segensaltar am Kreishaus gestaltet, was zeigt, wie tief verwurzelt der Glaube im täglichen Leben der Menschen ist. Korr und Süß appellieren zudem an die Schützen, Bruderschaften und Vereine, sich mit Fahnen zu beteiligen. Ein schöner Gedanke, dass auch die Anwohner den Prozessionsweg festlich schmücken – das macht alles noch lebendiger!
Die Wurzeln des Fronleichnamsfestes
Aber woher kommt eigentlich dieses Fest? Ursprünglich wurde die Fronleichnamsprozession nicht als Teil der Feierlichkeiten eingeführt. Die ersten Sakramentsprozessionen fanden zwischen 1264 und 1278 in Köln statt und hatten ihren ganz eigenen Charme. Reliquienprozessionen, die früher Gebeine heiliger Personen zeigten, waren Vorläufer dieser Feierlichkeiten. Von der Scheu, das Allerheiligste zu betrachten, wandte man sich ab dem 12. Jahrhundert dem Wunsch zu, es zu sehen. Die Fronleichnamsprozession wurde zur „langgezogenen Elevation“ und bot den Gläubigen eine Gelegenheit, ihre Verehrung für das Heilige sichtbar zu zeigen.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Fest weiterentwickelt, wobei die Prozessionen immer prächtiger gestaltet wurden. Von Zunftinsignien bis hin zu kostbaren, kunstvollen Monstranzen – diese Bräuche sind Teil der katholischen Kultur geworden. Auch heute noch spiegelt sich in der Prozession eine Art von Gemeinschaft wider, die für viele Gläubige eine tiefere Bedeutung hat. So wird Fronleichnam nicht nur als religiöses Fest, sondern auch als ein bedeutendes soziales Ereignis wahrgenommen, das die Menschen zusammenbringt.
Ob man nun selbst aktiv teilnimmt oder einfach nur zuschaut – das Fest am 4. Juni wird mit Sicherheit auch in diesem Jahr viele Herzen erwärmen und die Straßen von Neuss in ein buntes Bild der Frömmigkeit verwandeln.