Heute ist der 5.05.2026 und wir werfen einen Blick auf eine besorgniserregende Entwicklung im Rhein-Erft-Kreis. Die IG Bauen-Agrar Umwelt (IG BAU) hat eindringlich davor gewarnt, dass Beschäftigte, die über Jahre hinweg mit Pflanzenschutzmitteln arbeiten, ein erhöhtes Risiko haben, an Parkinson zu erkranken. Vor allem in der Landwirtschaft, im Gartenbau sowie in der Floristik und im Bauwesen sind die Gefahren groß. Pestizide wie Fungizide, Insektizide und Herbizide sind nicht nur Teil des Arbeitsalltags, sie können auch ernsthafte gesundheitliche Folgen haben.

Das Parkinson-Syndrom, ausgelöst durch den Kontakt mit Pestiziden, ist mittlerweile als Berufskrankheit anerkannt. Wer an Schüttellähmung erkrankt, hat das Recht auf Unterstützung von der gesetzlichen Unfallversicherung. Diese Hilfe umfasst nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch finanzielle Leistungen, die für betroffene Menschen von großer Bedeutung sein können. Um diese Unterstützung zu erhalten, müssen Betroffene nachweisen, dass sie mindestens 100 Tage im Berufsleben mit chemischen Pflanzenschutzmitteln in Kontakt gekommen sind.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen

Die Situation hat nun an Dringlichkeit gewonnen. Im März 2024 veröffentlichte der Ärztliche Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten eine wissenschaftliche Empfehlung zur Aufnahme des Parkinson-Syndroms durch Pestizide in die Liste der Berufskrankheiten. Das bedeutet, dass die Fachöffentlichkeit ihre Fragen und Anmerkungen an den Beirat richten konnte, was zu einer Überprüfung und Überarbeitung der ursprünglichen Empfehlung führte. Die aktualisierte Fassung wurde am 16. September 2025 beschlossen und wird am 28. November 2025 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht.

Der Beirat empfiehlt, die Krankheit als „Parkinson-Syndrom durch langjährig, häufig und selbst angewendete Pestizide“ zu klassifizieren. Ein Schritt, der für viele Betroffene von großer Bedeutung sein kann, da er den Zugang zu notwendigen medizinischen Leistungen und Hilfen erleichtert. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales plant, zeitnah das Verfahren zur Aufnahme in die Berufskrankheitenliste einzuleiten. Das lässt hoffen!

Aufklärung und Unterstützung für Betroffene

Die IG BAU hat zudem die Ärzte aufgefordert, bei Parkinson-Patienten mögliche berufliche Ursachen zu thematisieren und die gesetzlichen Krankenkassen sollen aktiv über die Risiken informieren. Denn viele Menschen sind sich oft nicht bewusst, wo überall Pestizide zum Einsatz kommen – sei es in der Landwirtschaft, im Gartenbau, aber auch bei Sanierungsarbeiten in der Bauwirtschaft, wo Baustoffe mit Anti-Schimmelmitteln belastet sein können.

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Es ist wichtig, dass Menschen in diesen gefährdeten Branchen sich bei Fragen an ihre Berufsgenossenschaft wenden. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hat ein Hilfstelefon eingerichtet, das unter 0561/78510350 erreichbar ist. Auch online stehen hilfreiche Informationen zur Verfügung, um Betroffenen die nötige Unterstützung zu bieten.

Die Herausforderungen sind enorm, und die IG BAU setzt sich dafür ein, dass auch andere mögliche Berufskrankheiten anerkannt werden, insbesondere für jene, die langfristig Pestiziden ausgesetzt waren, ohne sie selbst auszubringen. Die Komplexität dieser Thematik erfordert eine umfassende Aufklärung und Unterstützung – nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft.