Am Dienstagabend fand eine Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses in Engelskirchen statt, die sich mit einem Thema beschäftigte, das viele Bürgerinnen und Bürger bewegt: die Zukunft des Lehrschwimmbeckens im Schulzentrum Walbach. Seit 2007 ist es außer Betrieb, und die Schätzungen für die Reaktivierung liegen bei über einer Million Euro. Ein Betrag, der nicht ohne weiteres aus dem kommunalen Budget zu stemmen ist. Vor einem Jahr wurde bereits eine Machbarkeitsstudie in Aussicht gestellt, die mit Kosten von etwa 35.000 Euro veranschlagt wurde. Doch das alles könnte sich bald ändern.

Fachbereichsleiter Andreas Kiel brachte einen neuen Vorschlag ins Spiel: eine modulare Schwimmhalle auf dem Gelände des Panoramabades. Das klingt sinnvoll, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Zustimmung der Fraktionen für diesen Standort aufgrund der vorhandenen Infrastruktur bereits vorhanden ist. So könnte man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und gleichzeitig die Notwendigkeit für Schwimmkurse in Engelskirchen diskutieren. Es wird also spannend, ob die Verwaltung alle Möglichkeiten, einschließlich einer Alternativnutzung des Walbacher Beckens, prüfen kann, und eine Klarheit über das Thema bis zum Herbst geschaffen wird.

Die Bedeutung von Schwimmkursen

In Zeiten, in denen das Schwimmen lernen für Kinder immer wichtiger wird, stellt sich die Frage: Wie steht es um die Schwimmkurse in der Region? Ein Blick nach Niedersachsen zeigt, dass hier die Weichen bereits frühzeitig gestellt werden. Das Sportstätteninvestitionsprogramm, das mit einem Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro ausgestattet ist, fokussiert sich unter anderem auf die Sanierung von Lehrschwimmbecken in Hallenschwimmbädern. Das Ziel ist klar: Jedes Kind in Niedersachsen soll die Möglichkeit haben, schwimmen zu lernen. Innerhalb dieses Programms können 16 Kommunen Förderanträge stellen. Der Staat unterstützt sie mit bis zu 40 % der zuwendungsfähigen Ausgaben – und sogar bis zu 80 % für finanzschwache Kommunen.

Der Druck auf die Kommunen wächst. In Niedersachsen ist die Förderrichtlinie am 7. Mai 2025 veröffentlicht worden, und die Frist für Förderanträge endete am 30. Juni. Bis dahin sind bereits 97 Anträge mit einem Gesamtvolumen von rund 126,4 Millionen Euro eingereicht worden. Die Zeichen stehen also auf Schwimmkurs, während in Engelskirchen noch über das Für und Wider des Walbacher Beckens diskutiert wird. Vielleicht könnte ein ähnliches Programm auch hier für frischen Wind sorgen und neue Perspektiven eröffnen.

Ein Blick nach vorn

Die Herausforderungen, vor denen die Stadt steht, sind nicht nur finanzieller Natur. Auch die personelle Situation spielt eine Rolle: Klimafolgenanpassungsmanagerin Sabine Nockemann-Hammeran wird Ende Juni in den Ruhestand gehen. Sie war die erste in dieser Position im Oberbergischen Kreis und hat in ihrer kurzen Zeit im Amt bereits Fortschritte im Klimafolgenanpassungskonzept vorgestellt. Dazu gehören unter anderem Saumschutz, Baumpflanzungen und Zisternen. Obwohl sie der Gemeinde auf Minijobbasis erhalten bleibt, wird ihr Weggang sicher eine Lücke hinterlassen.

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Eine weitere politische Debatte entbrannte, als der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen auf bezahlbaren Wohnraum im Baugebiet Buschhausen abgelehnt wurde. Der Grund: Es konnten keine privaten Investoren für den Erwerb von vier Grundstücken gefunden werden. Ein Umstand, der nicht nur für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger frustrierend ist, sondern auch die Frage aufwirft, wie es mit der Entwicklung in der Region weitergehen soll.

Die anstehenden Entscheidungen und Diskussionen über die Schwimmbadsanierung und die Schaffung von Wohnraum in Engelskirchen zeigen, wie eng die Themen miteinander verwoben sind. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Verantwortlichen die Herausforderungen annehmen und ob die Bürger bald wieder die Möglichkeit haben, in einem modernen Schwimmbad ihre Bahnen zu ziehen.