Glaspalast oder Fata Morgana? Der Neubau der Kreisverwaltung im Oberbergischen Kreis unter der Lupe
Heute ist der 22.06.2026, und im Oberbergischen Kreis tut sich so einiges, besonders wenn es um die Kreisverwaltung geht. Der Dezernent Felix Ammann hat im Kreisbauausschuss von Einsparpotenzialen beim Liegenschaftskonzept berichtet. Es geht um die Zentralisierung der Verwaltung in einem neuen Anbau an der Moltkestraße. Die Idee ist, moderne Arbeitsplätze zu schaffen. Denn mal ehrlich, wer möchte schon in sanierungsbedürftigen Räumen arbeiten? Das Jugendamt wird besonders von diesem Neubau profitieren, was, zugegebenermaßen, eine sehr gute Nachricht ist.
Der Anbau wurde von der Opposition als „Glaspalast“ bezeichnet, was schon ein bisschen ironisch klingt, oder? Die SPD, die sich von der Opposition in die Koalition mit der CDU gewagt hat, plant nun, das 90-Millionen-Euro-Projekt auf Einsparpotenziale zu durchleuchten. Das ist ja auch notwendig, denn der Bauantrag für das Projekt wurde bereits bei der Stadt Gummersbach eingereicht, und das B-Planverfahren läuft. Interessanterweise hat man den ursprünglichen Plan von drei Bauabschnitten auf nur einen reduziert – das klingt nach einer klaren Entscheidung.
Die aktuellen Entwicklungen
Die aktuelle Kostenprognose beläuft sich auf 89 Millionen Euro. Dabei wurden Einsparungen bei der Gebäudehülle, den Fenstern, mobilen Trennwänden, beim Schallschutz und den Außenanlagen identifiziert. Da fragt man sich natürlich, wie man die Verhandlungsposition für den Generalunternehmer nicht gefährden möchte, während man gleichzeitig solche Einsparungen anstrebt. Das ist ein schmaler Grat.
Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD ist die Erarbeitung eines Liegenschaftskonzepts fest verankert. Dabei wird auch ein Blick auf unbenutzte Altbauten geworfen, insbesondere am Hochhaus – vielleicht gibt es ja dort die eine oder andere Sanierungsmöglichkeit. Das Gesundheitsamt wird ebenfalls in das Liegenschaftskonzept eingebunden, was die Frage aufwirft, wie viel Raum für diese Überlegungen noch bleibt. Externe Leistungen wie Schadstoffgutachten und die Gebäudezustandserfassung sollen beauftragt werden – und das kostet satte 180.000 Euro. Wenn die Prüfungen positiv ausfallen, könnten sogar 10 Millionen Euro aus den NRW-Infrastrukturmitteln für die Sanierung zur Verfügung stehen.
Blick in die Zukunft
Man fragt sich, wie das alles zusammenpassen wird. Es gibt viel zu tun, und die Verantwortlichen scheinen sich der Herausforderung bewusst zu sein. Der Anbau an der Moltkestraße könnte tatsächlich ein Schritt in die richtige Richtung sein – moderne Arbeitsplätze und eine Zentralisierung der Verwaltung sind schließlich keine kleinen Dinge. Aber mit einem Preis von 89 Millionen Euro und der Notwendigkeit, Einsparungen zu identifizieren, sind die kommenden Monate entscheidend.
Die Umsetzung dieses Projekts könnte nicht nur die Arbeitsbedingungen für die Angestellten verbessern, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Bürger haben, die auf die Dienstleistungen der Verwaltung angewiesen sind. Man darf gespannt sein, wie sich die Dinge entwickeln werden und ob der „Glaspalast“ tatsächlich zu einem Symbol für Fortschritt wird oder ob die Fassade am Ende nur eine Fata Morgana bleibt.
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