Bienen in Gefahr: Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut im Oberbergischen Kreis
Heute ist der 3.07.2026 und im Oberbergischen Kreis gibt es Neuigkeiten, die nicht nur Imker betreffen. Im Juni wurde in Hückeswagen der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut festgestellt, eine bakterielle Infektionskrankheit der Honigbienen, die durch das Bakterium Paenibacillus larvae verursacht wird. Und es bleibt nicht bei diesem einen Vorfall: Bei Umgebungsuntersuchungen fanden die Experten des Veterinäramts des Oberbergischen Kreises gleich zwei weitere Ausbrüche. Was das für die Region bedeutet, ist klar: Die Sorgenfalten bei den Imkern werden tiefer.
Die Situation hat dazu geführt, dass der Sperrbezirk erweitert wurde. Dieser umfasst nun nicht nur Hückeswagen, sondern zieht sich auch bis zur Grenze zum Märkischen Kreis und schließt Gebiete von Radevormwald mit ein. Eine weitere Allgemeinverfügung wird bald in Kraft treten, um die Ausbreitung dieser gefürchteten Krankheit einzudämmen. Die Amerikanische Faulbrut, auch bekannt als Bösartige Faulbrut, ist eine ernsthafte Bedrohung für die Brut von Bienenvölkern. Betroffene Völker können nicht überwintern und sterben ab, was für die Imker verheerende Konsequenzen hat.
Regelungen für Imker im Sperrbezirk
Die Imker im Sperrbezirk stehen nun vor strengen Auflagen. Sie müssen ihren aktuellen Bestand und die Standorte an das Veterinäramt melden. Bewegliche Bienenstände dürfen nicht entfernt werden, und das Einbringen neuer Bienen in den Sperrbezirk ist strikt verboten. Auch die Entfernung von Bienenvölkern, Waben, Honig und anderen Geräten aus den Bienenständen ist nicht erlaubt. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Ausbreitung des Erregers zu verhindern, der über Flug-Bienen auf die Brut übertragen wird. Das klingt alles sehr ernst, und das ist es auch.
Die Amerikanische Faulbrut ist zwar für Menschen ungefährlich – Honig kann weiterhin genossen werden – aber für die Bienen ist sie eine Katastrophe. Die Larven sterben und werden von den Bakterien in eine zähe, braune Substanz zersetzt. Nur sehr junge Larven sind anfällig für eine Infektion, und das innerhalb der ersten 36 Stunden nach dem Schlüpfen. Die Sporen des Erregers können über kontaminierte Waben und Werkzeuge in gesunde Völker gelangen und dort eine wahre Seuche auslösen. Im Jahr 2022 gab es in Deutschland 72 Ausbrüche, und die Zahl ist alarmierend.
Bekämpfung und Prävention
Die Bekämpfung dieser Krankheit ist alles andere als einfach. Früher bedeutete eine AFB-Sanierung meist die Vernichtung aller befallenen Völker, aber mittlerweile gibt es auch alternative Methoden wie Kunstschwarmverfahren und Beutendesinfektion. Antibiotika werden ebenfalls eingesetzt, auch wenn sie in der Regel nur bakteriostatisch wirken. Es ist wichtig, dass die Imker proaktive Maßnahmen ergreifen. Futterkranzproben können helfen, die Belastung ihrer Völker mit AFB-Sporen zu bestimmen. Und das ist nicht nur eine Formalität – es könnte das Überleben ihrer Bienenvölker sichern.
Für alle Fragen steht das Veterinäramt unter der Telefonnummer 02261/88-39 03 bereit. Ein Meldebogen für Imker ist zudem auf der Internetseite des Oberbergischen Kreises verfügbar. Es ist wichtig, dass alle Imker sich an die Regelungen halten, um die Gesundheit der Bienen und die Zukunft ihrer Imkerei zu sichern. Die Situation ist ernst, und es erfordert ein gemeinsames Vorgehen, um die Amerikanische Faulbrut in den Griff zu bekommen. Die nächsten Wochen und Monate werden entscheidend sein.
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