Heute ist der 12.05.2026 und Mönchengladbach erlebt eine Zeit des Umbruchs. Borussia Mönchengladbach hat sich zwar den Klassenverbleib in der Bundesliga gesichert, dennoch schwebt über dem Verein eine Wolke der Enttäuschung. Die vergangene Saison war von vielen negativen Erwartungen geprägt, und die angespannten Gesichter bei der letzten Mitgliederversammlung sprechen Bände. Präsident Rainer Bonhof sprach offen von einer „Zittersaison“ und der Verein leidet unter Stagnation, die durch die Corona-Pandemie und Managementversagen verstärkt wurde. Es gibt viel zu tun, und der neue Head of Sports, Rouven Schröder, kündigt eine „lange Sommerpause“ an, in der kreative Lösungen her müssen!

Der jüngste 1:0-Sieg über Borussia Dortmund brachte zwar kurzzeitig Erleichterung, jedoch ist der Gesamteindruck ein anderer. Der Umsatz des Vereins ist von 184 Millionen Euro auf 189 Millionen Euro gestiegen, jedoch musste ein Verlust von vier Millionen Euro verkraftet werden. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen, insbesondere wenn man bedenkt, dass Borussia Mönchengladbach in den letzten Jahren Verluste von 100 Millionen Euro erlitten hat. Hochgerechnet auf die gesamte Saison der Bundesliga könnte die Minus-Bilanz für 2024 bei 2,4 Millionen Euro liegen. Das ist alles andere als ein Grund zur Freude.

Ein Blick auf die Herausforderungen

Die Probleme sind vielfältig. Hohe Personalkosten, eine hohe Fluktuation an Trainern und Schwierigkeiten, Transferüberschüsse zu erzielen, setzen dem Verein zu. Geschäftsführer Stefan Stegemann, der seit Januar 2023 im Amt ist, spricht von einer eingeschränkten Handlungsfähigkeit zur Umstrukturierung der Mannschaft. Er betont die Notwendigkeit, sich aus eigenen Mitteln zu finanzieren, wenn der Klub nicht an Europa teilnehmen kann. Der Rückgang der TV-Einnahmen um etwa 3,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr ist ein weiterer Dämpfer. Ein schwieriger Spagat zwischen sportlichem Erfolg und wirtschaftlichen Notwendigkeiten.

Rocco Reitz wird nach einem Transfer zu RB Leipzig immerhin bis zu 20 Millionen Euro in die Kassen spülen – allerdings reicht das nicht aus, um die finanziellen Löcher zu stopfen. Fünf ausgeliehene Spieler kehren zurück, für die es kaum Verwendung gibt. Vor allem Torjäger Haris Tabakovic muss wahrscheinlich zu TSG Hoffenheim zurückkehren. Das ist alles andere als rosig, und Schröder ist für den notwendigen Umbruch verantwortlich, steht aber vor großen Herausforderungen.

Die Zukunft im Blick

Mit einem Kader von derzeit 28 Profis steht zudem eine Verkleinerung an. Michael Hollmann, der Aufsichtsratschef, äußerte scharfe Kritik und forderte einen klaren Schnitt, während die Mitgliederversammlung in einer angespannten Atmosphäre stattfand. Der Stadionname soll ab der kommenden Saison vermarktet werden, was vielleicht ein wenig frisches Geld in die Kassen spülen könnte. Die Investitionen in die Infrastruktur sind geplant, denn der Borussia-Park ist mittlerweile 21 Jahre alt. Notwendige Erneuerungen wie die Flutlichtanlage und das IT-System stehen auf der Liste. Aber wird das alles rechtzeitig kommen?

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Schröder plant, nach dem letzten Spiel gegen TSG Hoffenheim eine Bewertung vorzunehmen. Unklar bleibt, ob Trainer Eugen Polanski trotz seines Vertrags bis 2028 in der kommenden Saison bleibt. Da der Klub 2025 sein 125-jähriges Bestehen feiern wird, wird es spannend sein zu sehen, ob bis dahin die Wende gelingt. Die Herausforderungen sind groß, und die Zeit drängt.