Am 9. Mai 2026 wurde die Stadthalle in Kleve zur Bühne für den Europatag der SPD aus der Grenzregion Nijmegen–Kleve. Unter dem Motto „Europa im Wandel“ fanden sich 134 Gäste aus Deutschland und den Niederlanden zusammen, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu feiern und die Errungenschaften der letzten Jahre zu würdigen. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem 15-jährigen Bestehen des Netzwerks „Overleg Sociaaldemocraten grensregio Nijmegen–Kleve“, das sich seit seiner Gründung im Jahr 2011 für die Förderung der sozialen Demokratie in der Region stark gemacht hat.
Die Eröffnung der Veranstaltung übernahm Dr. Jürgen Bock, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Kleve. Mit einem charmanten Lächeln und dem richtigen Schuss Enthusiasmus begrüßte er die Anwesenden und erinnerte an die Gründungsmitglieder Alard Beck, Josef Gietemann und Willem van het Hekke. Moderiert wurde der Abend von Max van Tongeren, einem Vertreter der niederländischen Partei GroenLinks-PvdA, der mit seiner lockeren Art für eine angenehme Atmosphäre sorgte.
Politische Stimmen und musikalische Begleitung
Besonders eindrucksvoll war die musikalische Begleitung durch Tabea Frauenlob, deren Lieder den Abend mit einer warmen, emotionalen Note untermalten. Die politische Diskussion kam ebenfalls nicht zu kurz: Jens Geier, Mitglied des Europäischen Parlaments, kritisierte die anhaltenden Grenzkontrollen und stellte die Forderung nach einer engeren europäischen Zusammenarbeit in den Raum. Er hob die strategische Bedeutung erneuerbarer Energien für Europa hervor, ein Thema, das sicherlich in den kommenden Jahren an Relevanz gewinnen wird.
René Schneider, Mitglied des Landtags, plädierte für eine klare progressive Politik gegen Populismus. „Es geht darum, unsere Werte zu verteidigen und die Gesellschaft zusammenzuhalten“, ließ er die Teilnehmer wissen. Judith Tenbusch von den Provinciale Staten Gelderland brachte die Stimme der Jugend ins Spiel und betonte die Notwendigkeit, junge Menschen aktiv in politische Prozesse einzubeziehen. Ein sehr wichtiger Punkt, wenn man bedenkt, dass die Zukunft schließlich in den Händen der nächsten Generation liegt.
Ehrennadel und persönliche Begegnungen
Ein besonderes Highlight des Abends war die Verleihung der Ehrennadel „Grenzlandeuropäer 2026“ an Paul Remy sowie an den Heimatkundeverein „Die Düffel“. In einer eindrucksvollen Laudatio, die sowohl in deutscher als auch in niederländischer Sprache gehalten wurde, würdigten Josef Gietemann und Thieu Hoeken Remys langjähriges Engagement für die Heimatgeschichte und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, das bis ins Jahr 1985 zurückreicht. Remy selbst betonte, wie wichtig tägliches Engagement und gegenseitiges Verständnis für die Zusammenarbeit zwischen den Ländern sind.
Der Fraktionsvorsitzende von SPD/Volt Kleve, Niklas Lichtenberger, hob die Bedeutung persönlicher Begegnungen für den Zusammenhalt in Europa hervor. „Nichts ersetzt den direkten Kontakt“, sagte er und ließ damit die Anwesenden in Nachdenklichkeit versinken. So wurde der Abend, geprägt von politischen Inhalten und persönlichen Geschichten, zu einem Fest der Gemeinschaft und des Austauschs.