Die deutschen Fußballerinnen stehen nach dem enttäuschenden 0:0 im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich vor einer neuen Herausforderung. Christian Wück, der Bundestrainer des DFB-Teams, versammelte seine Spielerinnen nach dem Schlusspfiff und äußerte, dass das Ergebnis die Entwicklung der Mannschaft zurückwirft. In einem Spiel, das vor 4.300 Zuschauern im ausverkauften Stadion von Ried stattfand, musste das Team zum ersten Mal in der laufenden Qualifikation Punkte liegen lassen. Österreich hingegen feierte seinen ersten Punktgewinn im neunten Duell gegen Deutschland.
Wück war während des Spiels sichtlich aufgebracht und forderte von der Seitenlinie schnellere Aktionen seiner Mannschaft. Seine Einschätzung, dass man möglicherweise eine Treppenstufe zurückgefallen sei, lässt aufhorchen. DFB-Kapitänin Janina Minge, die in der 79. Minute eine Rote Karte wegen einer Notbremse erhielt, hatte zuvor bereits einen Kopfball an die Latte gesetzt. Spielerin Sjoeke Nüsken kritisierte die Qualität im Passspiel und die allgemeine Leistung des Teams, während Linda Dallmann bemerkte, dass die Mannschaft zu spät wach geworden sei.
Ein Spiel mit wenigen Höhepunkten
Die DFB-Frauen, die nach drei deutlichen Siegen in der Qualifikation nun eine schwächere Leistung zeigten, hatten Schwierigkeiten, Chancen zu kreieren, insbesondere in der ersten Halbzeit. Wück erkannte die Schwierigkeiten, die Österreich seiner Mannschaft bereitete, und gab nach der Pause lautstark Anweisungen. Ein Schuss von Elisa Senß ging knapp am Tor vorbei, und Larissa Mühlhaus gab ihr Debüt in der Startelf, während Jule Brand und Vivien Endemann, die sich am Knie verletzte, schwach agierten. Wück schätzte die Verletzung von Endemann als nicht schwerwiegend ein.
Die DFB-Frauen führen trotz des Unentschiedens weiterhin die Tabelle der Gruppe 4 mit 10 Punkten und einem Torverhältnis von 14:1 an. Ihr nächster Gegner ist Norwegen, gegen den sie am 5. Juni in Köln antreten müssen. Nur der Gruppenerste qualifiziert sich direkt für die WM 2027 in Brasilien, was zusätzlichen Druck auf die Mannschaft ausübt. Wück betonte, dass die Mannschaft ihr Basispotenzial auf den Platz bringen müsse, um gegen die kommenden Gegner bestehen zu können.
Ein Blick in die Zukunft
Die nächste Begegnung gegen Norwegen stellt eine entscheidende Partie dar, und die Spielerinnen sind gefordert, aus den Erfahrungen des Spiels gegen Österreich zu lernen. Wück äußerte, dass sie die positive Seite sehen und wissen, wo sie ansetzen müssen. Die DFB-Frauen müssen ihre Leistung steigern, um die Qualifikation für die WM nicht zu gefährden. In der kommenden Partie wird es entscheidend sein, die erkannten Schwächen abzustellen und die Chancen konsequent zu nutzen.
Mit einem klaren Fokus und dem Ziel vor Augen, die Treppenstufen wieder nach oben zu klettern, wird das DFB-Team alles daran setzen, gegen Norwegen ein starkes Spiel abzuliefern. Die Herausforderungen im Fußball sind oft groß, doch mit der richtigen Einstellung und Teamgeist kann auch diese schwierige Phase überwunden werden.