Am Mittwoch, den 29. April, wird das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser (WSA) eine Laserbefliegung entlang der Weser durchführen. Ein spezieller Helikopter aus Tirol, Österreich, wird für diesen Einsatz in den Lüften sein, um wichtige Geländedaten zu erheben. Diese Maßnahme ist entscheidend für die Unterhaltung und die Planung von Maßnahmen für die Wasserstraßen in der Region.

Die Helikopter-Crew wird in engen Streifen über die Weser fliegen und dabei zahlreiche Wendungen ausführen. Das gesamte Erfassungsgebiet erstreckt sich von Hann. Münden bis hin zum Weserwehr in Bremen und betrifft die Landkreise Göttingen, Kassel, Northeim, Höxter, Holzminden, Hameln-Pyrmont, Schaumburg, Herford und Minden-Lübbecke. In den kommenden Wochen sind vermehrte Helikopterflüge in einer Flughöhe von rund 300 Metern zu erwarten.

Technologie und Methodik

Der eingesetzte Laser ist für das menschliche Auge unschädlich und wird in einem ellipsenförmigen Muster zur Abtastung der Geländeoberfläche verwendet. Dies geschieht mit Hilfe eines bathymetrischen Laserscanners, der am Helikopter montiert ist. Besonders die grünen Laserpulse sind von Bedeutung, da sie gut ins Wasser eindringen und somit auch flache Uferbereiche präzise erfassen können. Mit einer Geschwindigkeit von circa 70 Knoten fliegt der Helikopter in parallelen Linien über die Wasseroberfläche.

Die gesammelten Daten werden in ein Modell des Flussschlauchs integriert, das die Auswirkungen von baulichen Veränderungen im Uferbereich berechnet. Dies ist nicht nur für die Unterhaltung der Wasserstraßen von Bedeutung, sondern auch für den Natur- und Gewässerschutz sowie für den Wassertourismus im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“.

Bedeutung der Datenerhebung

Die Vermessung der Topographie von Gewässerböden gewinnt weltweit an Bedeutung, insbesondere aufgrund des zunehmenden Wasserverkehrs durch den globalisierten Handel und den erforderlichen Küstenschutz angesichts des Klimawandels. Aktuelle Methoden zur Kartierung, wie satelliten- und luftgestützte Fernerkundung, bieten zwar wertvolle Daten, jedoch sind sie oft teuer und die Auflösung kann begrenzt sein. Manuelle Inspektionen vor Ort sind ebenfalls zeitintensiv und liefern oft kein objektives Ergebnis.

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Mit der Einführung des Airborne Bathymetric Laser Scanner (ABS), einem scanner-basierten Bathymetrie-System, wird eine Verbesserung der Gewässersicherheit angestrebt. Dieser Scanner kann sogar an Drohnen montiert werden und misst aus Höhen von bis zu 100 Metern, was eine sichere Navigation über Wasseroberflächen ermöglicht. Die gewonnenen Daten sind nicht nur für die Überwachung der Wassertiefe von Bedeutung, sondern auch für ökologische Anwendungen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Laserbefliegung entlang der Weser nicht nur ein technisches Verfahren ist, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Wasserressourcen und der damit verbundenen Lebensräume leistet. Die anstehenden Flüge sind somit nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern auch ein Schritt in eine nachhaltige Zukunft für die Wasserwirtschaft in Deutschland.