In der Gerichtswelt von Hamm sorgt ein ungewöhnlicher Nachname für aufmerksame Blicke und teilweise für Verwirrung. Svenja und Daniel Große-Kreul, beide Justizsprecher am Oberlandesgericht, tragen denselben seltenen Nachnamen, stammen aber nicht von derselben Familie. Ein Umstand, der in der kleinen, aber feinen Welt der Justiz nicht unbemerkt bleibt. Gelegentlich kommt es zu Verwechslungen, insbesondere bei Anrufen in der OLG-Telefonzentrale. Das kann lustig sein, aber auch etwas chaotisch!

Die Wurzeln des Nachnamens Große-Kreul sind in Deutschland eher selten und kommen nur 33 Mal vor. Ein Name, der in der Region des südlichen Münsterlands entstanden ist. Interessanterweise entstammt dieser Name einer historischen Tradition: „Große“ deutet oft auf den ältesten Hoferben hin, während die Bedeutung von „Kreul“ unklar bleibt. Es könnte sich um einen Hofnamen handeln oder möglicherweise auf weniger schmeichelhafte Eigenschaften hinweisen. Was auch immer die Wahrheit ist, die beiden Justizsprecher zeigen, dass ein Nachname nicht nur eine Bezeichnung, sondern auch ein Stück Kulturgeschichte ist.

Ein Blick in die Biografien

Svenja Große-Kreul, die 44 Jahre alt ist, wuchs in Essen auf und hat sich durch ihr Studium in Münster einen Namen gemacht. Seit 2009 ist sie als Staatsanwältin tätig und wurde im April 2025 zur Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft ernannt. Daniel, 42 Jahre alt, stammt aus Gladbeck und studierte Jura in Bochum. Seine Karriere begann er 2012 als Richter und ist seit 2023 am OLG Hamm tätig. Im April 2025 übernahm er ebenfalls die Position des Sprechers. Beide haben ihren Nachnamen durch Heiratsakte angenommen, was die Verwirrung über ihre Verwandtschaft noch verstärkt.

In der Gerichtswelt von Hamm ist der Nachname Große-Kreul ein echtes Unikum. Zum Vergleich: In Hamm gibt es 820 Müllers, 760 Schmidts und 296 Schneiders. Da wirkt der Nachname Große-Kreul fast schon wie ein Geheimtipp. Daniel bemerkt, dass es oft zu Missverständnissen kommt, wenn man am Telefon nach einem von ihnen fragt. „Ich hab schon oft gehört, dass jemand nach dem einen von uns fragt und dann der andere gemeint ist – das macht’s nicht einfacher!“

Die Namensforschung hinter Große-Kreul

Die Namensforscherin Rita Heuser hat sich intensiv mit der Verbreitung des Namens beschäftigt. Sie nutzt Daten von Telekom und Kriegslisten, um die Herkunft und Verbreitung von Familiennamen zu analysieren. Ihre Vermutung, dass Svenja und Daniel irgendwie miteinander verbunden sein könnten, entbehrt jedoch jeder Grundlage. Die beiden Justizsprecher haben keine gemeinsamen familiären Bindungen, auch wenn es einige amüsante Zufälle gibt – wie etwa, dass Daniels Mutter den gleichen Mädchennamen trägt wie Svenjas Ehemann.

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Der Name Große-Kreul ist also nicht nur einzigartig, sondern auch eine spannende Geschichte für sich. In einer Welt mit etwa 850.000 verschiedenen Nachnamen in Deutschland – Müller ist mit rund 700.000 die häufigste Variante – sticht dieser Name definitiv hervor. Egal, ob er auf einen großen Bauernhof oder ein großes Kreuz verweist, die Geschichte bleibt in der Luft hängen, während die beiden Justizsprecher ihre Arbeit in Hamm fortsetzen. Und so bleibt die Frage nach den Wurzeln des Namens Große-Kreul weiterhin unbeantwortet und sorgt für ein wenig mehr Mystik im Alltag.