In Gelsenkirchen-Buer schlug am 7. Mai die Empörung hohe Wellen. Rund 500 Menschen versammelten sich, um ihrer Frustration über die Sparkasse Gelsenkirchen Luft zu machen. Sie fühlten sich von der Bank im Stich gelassen, und die Gründe sind mehr als nachvollziehbar. Ein Einbruch, der schon im Vorfeld für viel Aufregung sorgte, hatte nicht nur finanzielle Verluste zur Folge, sondern auch das Vertrauen in die Institution erschüttert. Und das ist noch nicht alles – die Kunden sind nicht nur enttäuscht, sie sind auch wütend.
Die Situation ist brisant: Siegrid D., eine 65-jährige Rentnerin, berichtet von einem Verlust von etwa 30.000 Euro. Der Schock sitzt tief. Die Täter hatten sich über eine benachbarte Tiefgarage Zugang zum Gebäude verschafft und dabei eine Stahlbetonwand durchbohrt, um in den Tresorraum zu gelangen. Michael Klotz, der Vorstandschef der Sparkasse, stellt klar, dass die Filiale dem „anerkannten Stand der Technik“ entsprochen habe. Doch das beruhigt die Betroffenen wenig. Siegrid D. kritisiert die mangelhafte Kommunikation seitens der Sparkasse: In fünf Monaten erhielt sie nur zwei Nachrichten. Ein Video von Klotz auf Social Media, das Mitgefühl ausdrückt, erreichte sie nicht. Wie gerne hätte sie ein persönliches Gespräch, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.
Einbruch mit System
Der Einbruch selbst wirft Fragen auf, die weit über die technischen Sicherheitsstandards hinausgehen. Ex-LKA-Ermittler Klaus Nachtigall äußert sich zu den Vorbereitungen solcher Einbrüche und lässt uns wissen, dass die Täter möglicherweise Einsicht in Bauakten beim Bauamt hatten. Auch die Vermutung, dass eine weitere Person engagiert wurde, um Spuren zu verwischen, lässt die Fantasie der Anwohner spielen. Ein betroffener Schließfach-Kunde vermutet gar, dass die Einbrecher einen Tracker verwendet haben, um den optimalen Bohrpunkt zu bestimmen. Das klingt fast nach einem Krimi!
Die verwendete Technik war beeindruckend. Die Einbrecher sollen einen Kernbohrer eingesetzt haben, der leiser und weniger vibriert als konventionelle Schlagbohrhämmer. Das hat offenbar dazu geführt, dass während des Einbruchs keine Bohrgeräusche von Passanten gehört wurden. Experten vermuten, dass eine Diamantbohrkrone verwendet wurde, um die enormen Herausforderungen des Stahlbetons zu überwinden. Ein Schweißmeister, der ebenfalls betroffen ist, glaubt, dass ein Indoor-Lokalisierungssystem, das unabhängig von GPS funktioniert, zum Einsatz kam. Das ist schon ein bisschen unheimlich – so viele Möglichkeiten, um unbemerkt zu bleiben.
Rechtsstreit und persönliche Schicksale
Die rechtlichen Konsequenzen des Vorfalls sind bereits im Gange. Anfang Juni müssen sich die Verantwortlichen der Sparkassen-Filiale vor dem Landgericht Essen verantworten. Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann hat bereits Klage auf Schadensersatz eingereicht, zusammen mit zwei Mandanten. Aysun B., eine weitere Betroffene, musste ihren wohlverdienten Urlaub in der Türkei vorzeitig abbrechen. Sie wollte sich einfach eine Auszeit gönnen, doch stattdessen sieht sie sich mit einem finanziellen Verlust konfrontiert, der ihr die Freude am Leben raubt.
In der Zwischenzeit bleibt den Betroffenen nicht viel anderes übrig, als auf Antworten zu warten und sich mit ihren Schicksalen auseinanderzusetzen. Der Druck auf die Sparkasse wächst, und die Frustration der Kunden könnte nicht größer sein. Ein persönliches Gespräch – das wäre doch mal ein erster Schritt in die richtige Richtung! Aber bis dahin bleibt nur das Gefühl von Unsicherheit und der Drang, für die eigene Sicherheit und die der Gemeinschaft einzustehen.