Heute ist der 31.05.2026 und im Kreis Euskirchen war die Vorfreude groß. Eine groß angelegte Waldbrandübung sollte am Samstagvormittag stattfinden, um das Waldbrandkonzept der Kreisfeuerwehr zu erproben. Doch der Himmel machte den Feuerwehrleuten einen Strich durch die Rechnung. Gewitter und Blitze, die sich über dem Übungsgebiet entluden, führten dazu, dass die Übung abrupt abgebrochen wurde. Christian Heinrichs, der Organisator und Feuerwehrmann aus Dahlem-Schmidtheim, berichtete von mehreren Blitzeinschlägen im Wald. Da musste Einsatzleiter Wolfgang Fuchs handeln und entschloss sich, die Sicherheit der Einsatzkräfte zu priorisieren.
Die Übung war über sechs Monate akribisch vorbereitet worden. Rund 300 Einsatzkräfte, darunter Feuerwehreinheiten und Löschhubschrauber der Polizeifliegerstaffel Düsseldorf, waren eingeplant. Doch die Hubschrauber mussten aufgrund der widrigen Wetterlage ihre Teilnahme absagen. Diese Löschhubschrauber, die im Ernstfall mit „Bambi Buckets“ Löschwasser transportieren können, waren eine wichtige Komponente des Plans. Man kann sich vorstellen, wie enttäuscht die Feuerwehrleute waren; sie hatten sich auf diesen Tag gefreut. Das Übungsszenario sah vor, dass eine Wandergruppe einen Brand in einer Waldfläche zwischen Milzenhäuschen, Schmidtheim und der Urft meldet. Ein echtes Szenario, das in Anbetracht der zunehmenden Waldbrandgefahr durch den Klimawandel immer realistischer wird.
Die Herausforderungen der Waldbrandbekämpfung
Dominik Gertzen, stellvertretender Leiter des Regionalforstamtes, betonte die wachsende Bedeutung von Waldbränden, die durch menschliches Handeln in 99 Prozent der Fälle ausgelöst werden. Die Kreisfeuerwehr hat deshalb ein eigenes Waldbrandkonzept entwickelt, das speziell geschulte Waldbrandabwehreinheiten umfasst. Die Übung war nicht nur eine Testfahrt für die Einsatzkräfte; sie sollte auch die Abläufe und Absprachen zwischen den verschiedenen Rettungskräften testen. Neben den Feuerwehren waren auch die Leitstelle, das Deutsche Rote Kreuz, THW, DLRG und der Malteser Hilfsdienst anwesend, ebenso wie Bürgermeister aus der Region.
Für Christian Heinrichs, der die Übung seit Januar mit einem kleinen Team geplant hatte, war der Abbruch natürlich ein herber Rückschlag. „Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht, aber optimistisch“, meinte er und meinte, dass eine Wiederholung im Herbst angestrebt wird, wenn das Wetter mitspielt. Schließlich gab es in den Tagen vor der Übung bereits mehrere kleine Vegetationsbrände im Kreis Euskirchen. Der Alarm ging kurz nach 9 Uhr los, und die Feuerwehrleute machten sich auf den Weg zu einem Parkplatz im Wald zwischen Dahlem und Hellenthal, wo ein simuliertes Feuer durch eine Nebelmaschine ersetzt werden sollte. Doch daraus wurde nichts – das Gewitter machte einen Strich durch die Rechnung.
Unwetter sorgt für weitere Einsätze
Am selben Wochenende war die Zülpicher Feuerwehr bereits im Einsatz, unter anderem wegen umgestürzter Bäume und vollgelaufener Keller. Ein Teil der Krefelder Straße sackte kreisrund ab, sodass ein etwa zwei Meter großes Loch leer gepumpt werden musste. Zudem sorgten taubeneiergroße Hagelkörner, die in der Eifel niederprasselten, für Schäden an Fahrzeugen. Die Tedi-Filiale in Zülpich musste wegen der Regenfälle sogar ihre Öffnungszeiten anpassen und plante eine eingeschränkte Öffnung am Montag. Ein kaum zu fassendes Bild – die Natur zeigt sich in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit.
Landrat Markus Ramers zog trotz des Abbruchs ein positives Fazit der Übung. „Es ist wichtig, sich auf solche Szenarien vorzubereiten“, betonte er. Und auch wenn die Übung nicht wie geplant stattfand, so war der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Rettungsdiensten dennoch wertvoll. Man kann nur hoffen, dass die Wetterlage beim nächsten Mal besser ist und die Einsatzkräfte die Gelegenheit haben, ihr Können zu zeigen. Irgendwie hat dieser Tag doch allen Beteiligten gezeigt, wie wichtig solche Übungen sind – auch wenn es manchmal anders kommt, als man denkt.