Die Pflegebranche in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, und der Kreis Euskirchen geht mit einem mutigen Projekt an den Start, das die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte zum Ziel hat. Im Jahr 2023 haben bereits 18 Pflegefachkräfte aus Indien den Weg nach Euskirchen gefunden. Ein großer Schritt, um den akuten Fachkräftemangel in der Region zu lindern. Die Kosten für jede einzelne Pflegekraft bewegen sich zwischen 15.000 und 25.000 Euro, wobei diese Summe von den teilnehmenden Einrichtungen getragen wird. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn die Kosten für Wohnung und Führerschein sind hier noch nicht mit eingerechnet – letzterer kann bis zu 3.000 Euro kosten! Es ist ein gewaltiger finanzieller Aufwand, der jedoch nötig ist, um die Lücken in der Pflege zu schließen.

Ursprünglich war geplant, 33 Fachkräfte aus Indien zu gewinnen, doch diese Zahl wurde auf 27 reduziert. Die Realität sieht jedoch so aus, dass von den 18 angekommenen Kräften bereits drei wieder zurückgekehrt sind. Die Gründe sind vielschichtig: gesundheitliche Belastungen, persönliche Überforderung und familiäre Umstände spielen hier eine Rolle. Diese Abwanderungen verdeutlichen einmal mehr die Herausforderungen, mit denen die Projektverantwortlichen konfrontiert sind. Auch der komplexe Einwanderungsprozess hat sich als großes Hindernis herausgestellt. Abbrüche in der Vorbereitungsphase sind häufig – sei es wegen nicht bestandener Sprachprüfungen oder anderer privater Schwierigkeiten. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen.

Ein Blick auf die Zukunft

Für das Jahr 2026 werden elf weitere Pflegekräfte erwartet, verteilt auf die Quartale: zwei im 2. Quartal, fünf im 3. Quartal und vier im 4. Quartal. Ein weiteres Lichtblick ist, dass eine zusätzliche Pflegekraft für 2027 geplant ist und die Kandidaten sich bereits im Vorbereitungsverfahren befinden. Doch auch hier bleibt abzuwarten, wie der Verlauf aussehen wird. Immerhin gibt es Bestrebungen, die Qualifizierungsmaßnahmen praxisorientierter zu gestalten und die Sprachförderung zu verbessern. Aktuell nehmen 14 der 15 Pflegefachkräfte im Projekt an Qualifizierungs- und Sprachfördermaßnahmen teil, wobei nur eine von ihnen die Maßnahmen abgeschlossen hat und bereits im Dienst steht. Die Ausbildung in Indien wird nicht vollumfänglich anerkannt, was zusätzliche Hürden aufwirft. Prüfungen für sechs weitere Kandidaten sind für Juni und Juli geplant.

Die Vakanz der Projektleitungsstelle, bedingt durch eine Langzeiterkrankung, hat das Projekt zusätzlich belastet. Dennoch denkt der Kreis über die Fortführung des Projekts nach, trotz der Schwierigkeiten. Im Mai informierten sich Vertreter von zehn Pflegeeinrichtungen über mögliche Optionen für die Zukunft. Ein geplantes Folgeprojekt soll das Sprachniveau von B1 auf B2 anheben und die Qualifizierungsmaßnahme verkürzen. Es bleibt spannend, wie sich das Ganze entwickelt.

Hürden abbauen und Integration fördern

Die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland ist nicht nur ein lokales Thema, sondern ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege insgesamt. Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, bestehende Hürden bei der Anwerbung abzubauen. Dabei ist es entscheidend, dass Pflegeeinrichtungen auf faire Anwerbung und gute Integration internationaler Fachkräfte achten. Das Gütezeichen „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“ steht beispielsweise für transparente Rekrutierungsprozesse und schützt Pflegefachpersonen aus Drittstaaten vor übermäßigem wirtschaftlichen Risiko.

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Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) arbeitet mit internationalen Universitäten zusammen, um Pflegestudiengänge in Partnerländern zu modifizieren und um praktische Ausbildungselemente zu ergänzen. So wird es möglich, dass internationale Pflegefachkräfte unmittelbar nach ihrer Ankunft in ihrem erlernten Beruf arbeiten dürfen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Initiativen auf die Situation im Kreis Euskirchen auswirken werden und ob sie dazu beitragen, die Herausforderungen in der Pflege nachhaltig zu bewältigen. Die Zeichen stehen auf Veränderung, und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Dinge entwickeln werden.