Heute ist der 26.05.2026 und wir befinden uns in Euskirchen, einer Stadt, die mehr als nur eine geografische Lage ist. Hier findet man einen Ort, an dem die ukrainische Seele durch Musik lebendig wird. Der ukrainische Chor Barvy, unter der Leitung von Jana Prosorova, wurde 2022 gegründet und ist mehr als nur eine Gruppe von Sängern – er ist eine Familie, ein Hafen für Menschen, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine nach Deutschland geflüchtet sind.
Barvy, was so viel wie „Farben“ bedeutet, trägt folkloristische Kleidung in Rot und Schwarz – diese Farben stehen symbolisch für Liebe, Schmerz und Kraft. Jedes Mal, wenn die Mitglieder des Chors die Bühne betreten oder sich im Probenraum versammeln, spürt man die Verbindung zur ukrainischen Kultur, die tief in ihren Herzen verankert ist. Gesang ist nicht nur eine Kunstform für sie, sondern ein essenzieller Bestandteil des Lebens, eine Art, die Seele des Volkes auszudrücken.
Die Kraft des Gesangs
Die Lieder, die sie singen, erzählen Geschichten – Geschichten von Liebe, Magie und sogar von komödiantischen Abenteuern. Diese Melodien werden von Generation zu Generation weitergegeben und spiegeln die über 1000 Jahre alte Gesangstradition der Ukraine wider. Der Chor vereint drei Generationen: vom siebenjährigen bis zum 70-jährigen Mitglied ist alles dabei. Man kann sich nur vorstellen, wie berührend es ist, wenn die Stimmen dieser unterschiedlichen Altersgruppen harmonieren.
In der Ukraine singen Menschen sogar in Luftschutzkellern, um sich Mut zuzusprechen – eine kraftvolle Erinnerung daran, wie wichtig Musik für die Identität und den Widerstand der ukrainischen Gemeinschaft ist. Valentina, ein Mitglied des Chors, beschreibt Barvy als Familie, die eine soziale Unterstützung bietet, die nach der Flucht so wichtig ist. Es ist eine Art, die Wurzeln zu bewahren und die Verbindung zur Herkunft der Kinder zu fördern. Ein wahrhaft berührendes Bild!
Ein Zeichen der Dankbarkeit
Die Mitglieder des Chors sind dankbar für die deutsche Gastfreundschaft und möchten dies durch ihre Musik zeigen. Ihr Übungsplan umfasst Frühlingslieder, die das Wiedererblühen der Natur feiern – ein schöner Kontrast zur oft düsteren Realität, die sie hinter sich gelassen haben. Der Gesang wird hier zum Ausdruck der Hoffnung und des Lebenswillens. Die Unesco hat sogar mehrere ukrainische musikalische Traditionen als immaterielles Kulturerbe anerkannt, was die Bedeutung dieser Kultur weiter unterstreicht. Und mit rund 15.500 ukrainischen Volksweisen steht die Ukraine an der Spitze des internationalen Rankings.
So wird der Chor Barvy nicht nur zu einer Stimme der ukrainischen Gemeinschaft in Euskirchen, sondern auch zu einem lebendigen Zeugnis der Resilienz und der Kraft der Musik. In einer Welt, die oft von Konflikten geprägt ist, zeigt dieser Chor, wie wichtig es ist, die eigene Kultur zu bewahren und weiterzugeben – ein richtiger Lichtblick, sogar in dunklen Zeiten.