In Dahlem, einer ruhigen Ecke der Eifel, brodelt es. Ein schmaler Pfad, der vom Bahnhof in ein Wohngebiet führt und auch zur Grundschule, sorgt für ordentlich Zoff unter den Anwohnern. Was einst ein harmloser Weg war, wird mittlerweile von Unbekannten als öffentliche Toilette zweckentfremdet. Das ist jedoch nicht alles. Die Probleme häufen sich: Müllablagerungen, wildes Befahren mit Mountainbikes und sogar Motocross-Maschinen belasten die Nachbarschaft. Es ist kein Wunder, dass die Anwohner einen Antrag auf Verbot der öffentlichen Nutzung gestellt haben – und das mit gutem Grund!

Der Gemeinderat hat den Antrag allerdings abgelehnt, was für einige Bürger wie ein Schlag ins Gesicht wirkt. Der Pfad verläuft teilweise über Privatgrund von Marco Wawer und endet auf Gemeinde- und Bahngelände. Fäkalien und Abfall entlang des Weges sind mittlerweile an der Tagesordnung, und die Anwohner fühlen sich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Der Antrag zur Aufhebung des seit 1981 bestehenden Wegerechts wurde einstimmig abgelehnt. In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurde lebhaft diskutiert, wie man mit der Situation umgehen kann. Vorschläge wie Videoüberwachung und Polizeikontrollen stehen im Raum, doch konkrete Maßnahmen scheinen noch in der Schwebe.

Die geplanten Maßnahmen

Der gemeindliche Bauhof plant, Hindernisse zu installieren, um die Nutzung mit Motorrädern zu erschweren. Das klingt nach einer guten Idee, allerdings bleibt abzuwarten, wie effektiv das tatsächlich sein wird. Zudem soll der Weg einem Pflegeschnitt unterzogen werden. Dazu gehört auch ein frischer Anstrich des Eisenhandlaufs – eine kleine kosmetische Aufwertung, die vielleicht zumindest einen Teil der Anwohner milde stimmen könnte.

Ortsvorsteherin Marita Schramm hebt die Bedeutung des Pfades für die Schüler hervor. Schließlich ist er der Zugang zur Schule – ein wichtiger Weg für die Kleinsten der Gemeinde. Die Anwohner hingegen sehen in der Alternativstrecke eine zumutbare Lösung. Es ist ein ständiges Hin und Her zwischen den Bedürfnissen der Anwohner und den Anforderungen der Öffentlichkeit. Politiker haben sich gegen eine Wegesperrung entschieden, was für einige eine bittere Pille ist.

Ein Blick in die Zukunft

Marco Wawer, der Privatgrundbesitzer, hat sich etwas überlegt: Er plant, eine Hecke anzupflanzen, um Müllablagerungen zu erschweren. Es ist ein kleiner, aber cleverer Schritt, der vielleicht dazu beiträgt, dass der Pfad nicht noch mehr zum Schandfleck wird. Die Situation wird auch nicht einfacher, da die Züge auf der Strecke Köln-Trier wieder fahren, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Pfad intensiver genutzt wird. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist.

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Diese Auseinandersetzung um den Pfad in Dahlem wirft auch ein Licht auf ein größeres Thema – die Abfallwirtschaft. Seit 1972 hat sich in Deutschland viel getan. Früher war die Abfallwirtschaft eine Beseitigungswirtschaft, heute ist sie in eine Kreislaufwirtschaft umgeschwenkt. Das Ziel ist klar: natürliche Ressourcen schonen und umweltverträgliche Abfallbewirtschaftung fördern. Doch wie sieht es in der Realität aus? Abfälle müssen von Anfang an getrennt gesammelt werden, und das ist oft leichter gesagt als getan. Die Verpflichtung zur getrennten Sammlung von Altpapier, Altglas, Kunststoffen und Bioabfällen besteht seit 2015 gemäß dem Kreislaufwirtschaftsgesetz.

Ob in Dahlem, Bonn oder Berlin – die Herausforderungen sind überall ähnlich. Das Netto-Abfallaufkommen in Deutschland beläuft sich jährlich auf etwa 350 Millionen Tonnen. Ein riesiges Volumen, das es zu bewältigen gilt. Dabei macht der Bau- und Abbruchabfall rund 60 % dieses Aufkommens aus. Dennoch bleibt der Siedlungsabfall, wie der, der in Dahlem die Anwohner plagt, ein ständiges Ärgernis. Die Abfallwirtschaft in Deutschland ist technologisch hoch entwickelt, aber es ist klar, dass es noch viel zu tun gibt – und das nicht nur in der Eifel.