In Euskirchen war am vergangenen Wochenende die Handballszene fest in der Hand des TV Palmersheim. Mit einem packenden 34:27-Sieg gegen den SC Fortuna Köln, vor rund 250 begeisterten Zuschauern, zeigten die Männer, was in ihnen steckt. Der Abend war nicht nur von sportlicher Brillanz geprägt, sondern auch von starken Emotionen. Schließlich war es ein Abschied auf Raten: Trainer Peter Trimborn, der das Team über ein ganzes Jahrzehnt geleitet hat, wurde gebührend gewürdigt. Und auch Spieler Felix Fiedler, der mit fünf Toren glänzte und seine Karriere beendete, stand im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.
Die Partie begann jedoch mit einem Rückschlag für Palmersheim. 9:12 lag das Team zunächst hinten, doch ein beeindruckender 6-Tore-Lauf katapultierte sie nicht nur zurück ins Spiel, sondern sicherte ihnen die Führung. Torhüter Nico Trimborn, der reaktiviert wurde, hielt in der zweiten Halbzeit einige entscheidende Bälle, während Marius Schmitz mit zehn Toren zum besten Werfer der Liga avancierte – insgesamt 201 Saisontore! Und das Beste? Die Brüder Dennis und Daniel Schüller unterbrachen sogar ihren Urlaub, um das Team zu unterstützen. Ein echter Teamgeist, der in der Luft lag!
Ein Abschied und ein Neuanfang
Peter Trimborn blickte mit einem Lächeln auf seine Zeit als Trainer zurück. „Die Entwicklung des Vereins und die Fangruppe ‚Räuberbande‘ sind für mich von unschätzbarem Wert“, sagte er und entblößte damit seine Verbundenheit mit dem Team. Auch wenn er die Trainerverantwortung abgibt und Marco Mayer diese übernimmt, bleibt Trimborn dem Verein als Teammanager und sportlicher Leiter erhalten. Ein klarer Fokus liegt auf der Stärkung der zweiten Mannschaft sowie der Jugendarbeit – die Zukunft des Vereins scheint also gesichert!
Im Kontrast dazu stehen die weniger erfreulichen Nachrichten von der HSG Euskirchen. Während die Männer in der Verbandsliga einen 31:27-Sieg gegen den TV Birkesdorf II feiern konnten und die Saison auf dem sechsten Platz beendeten, mussten die Frauen gegen den HSV Bocklemünd eine herbe 21:39-Niederlage einstecken. Bereits vor dem Spiel stand fest, dass die Frauenmannschaft abgestiegen ist und die Zukunft ungewiss bleibt. Der Trainer Kajeepan Maheswaran wird sich künftig wieder auf die männliche A-Jugend konzentrieren, was Fragen zur Besetzung des Frauenteams aufwirft. Es wird angestrebt, eine Mannschaft für die Verbandsliga zu melden – doch wie genau das geschehen soll, bleibt unklar.
Herausforderungen und Chancen im Handball
In einem breiteren Kontext stehen die Handballvereine derzeit vor gewaltigen Herausforderungen. Der Handballverband Saarland verzeichnete einen Mitgliederverlust von fast 10.000 Personen. Das ist wirklich alarmierend! Die Pandemie hat die Situation nur verschärft, und ein Mangel an Hallen und Hallenzeiten ist ebenfalls zu spüren. Die ehrenamtliche Arbeit, die das Rückgrat vieler Vereine bildet, leidet unter dem Rückgang gut ausgebildeter Trainer und Helfer. Das Engagement in den Vereinen leidet, und auch die Unterstützung durch Sponsoren lässt nach.
Die Ankündigung des „Jahrzehnts des Handballs“ mit großen Veranstaltungen wie der Junioren-WM 2023 und der Männer-EM 2024 bringt zwar Hoffnung, aber die Umsetzung bleibt fraglich. Es gibt Bestrebungen, Handball in den Lehrplänen der Schulen zu verankern und die Jugendarbeit zu stärken. Aber ohne die Unterstützung aus der Gemeinschaft und der Politik wird das kaum gelingen. Ein „Zehn Punkte Plan“ soll helfen, die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und Schulen zu verbessern, aber die Unsicherheiten bleiben.
So bleibt der Handballsport in Euskirchen und darüber hinaus ein spannendes, wenn auch herausforderndes Feld. Die Emotionen und die Leidenschaft für das Spiel sind ungebrochen, und während einige Vereine mit Problemen kämpfen, gibt es auch Lichtblicke und die Hoffnung auf eine positive Wende. Wer weiß: Vielleicht stehen wir bald wieder an der Seite eines aufstrebenden Teams, das in den nächsten Jahren für große Momente sorgt!