Es ist kaum zu fassen, aber der Wiener Familienbetrieb Radatz feiert nun schon seit fast 40 Jahren die Tradition des Fleischhandwerks. Unter der Leitung von Franz Radatz, einem passionierten Fleischermeister, hat sich das Unternehmen zu einer echten Institution entwickelt. Jedes Jahr werden rund 200 Millionen Euro umgesetzt – eine beeindruckende Summe! Kürzlich wurde der Welttag der Käsekrainer gefeiert, und das nicht im stillen Kämmerlein, sondern ganz groß mit Medienpräsenz und prominenten Gästen. Der Käsekrainer-Tag selbst wurde vor über zehn Jahren ins Leben gerufen und hat sich von einem kleinen Event zu einem echten Fest etabliert.

In der heutigen Zeit ist es nicht nur wichtig, gute Produkte zu haben, sondern auch, die Kunden in den sozialen Medien zu erreichen. Radatz hat seinen Social-Media-Auftritt frisch aufpoliert und ist stolz auf die 1,8 Millionen Klicks, die das Unternehmen verzeichnet. Werbung über digitale Kanäle ist für Radatz eine kostengünstige Alternative zur klassischen Werbung, die für viele Unternehmen kaum noch leistbar ist. Die Grillsaison ist für Radatz die wichtigste Zeit des Jahres, und die Nachfrage nach Käsekrainern und Würsteln ist ungebrochen. Interessanterweise kostet 100 Gramm Käsekrainer bei Radatz rund 1,65 Euro – ein Preis, der in der Branche als fair angesehen wird, auch wenn ein Mitbewerber kürzlich über die Preissituation klagte. Die Problematik mit den Schleuderpreisen aus günstiger Produktion ist nicht zu unterschätzen und betrifft die gesamte Branche.

Fleischkonsum und der Wandel im Essverhalten

Die Österreicher konsumieren durchschnittlich 58 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Eine interessante Zahl, die in den letzten Jahren leicht schwankte, aber laut AMA-Statistik im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Besonders auffällig: 84 Prozent der 16- bis 25-Jährigen essen Fleisch, was zeigt, dass die jüngere Generation nach wie vor eine große Vorliebe für traditionelle Produkte hat. Radatz hat sein Sortiment zwar nicht um pflanzliche Produkte erweitert, bietet aber dennoch Chili sin Carne und vegetarische Gemüselaibchen an – ein kleiner Schritt in die Richtung der wachsenden Nachfrage nach Alternativen.

Die Herkunft von Fleisch wird für Verbraucher immer wichtiger, besonders im Lebensmitteleinzelhandel. Viele Kunden vertrauen auf ihren Fleischer, den sie seit Jahren kennen, und das gibt ein gutes Gefühl. Diese Verbundenheit ist für den Erfolg von Radatz entscheidend. In Deutschland zeigt sich hingegen ein anderer Trend: Die Produktion von Fleischersatzprodukten wird immer größer. Im Jahr 2024 werden in Deutschland 126.500 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt – ein Anstieg um 4,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Wert dieser Produkte beläuft sich auf 647,1 Millionen Euro, was einem Anstieg von 10,9 % entspricht. Bei einer fünfjährigen Betrachtung hat sich die Produktion mehr als verdoppelt.

Ein Blick auf die Zahlen

Im Vergleich zur Fleischproduktion, die 2024 einen Wert von über 44,3 Milliarden Euro erreicht, ist der Markt für Fleischersatzprodukte immer noch deutlich kleiner. Tatsächlich ist die Fleischproduktion fast 70-mal wertvoller als die von Fleischersatzprodukten. Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in Deutschland liegt 2024 bei 53,2 Kilogramm – ein kleiner Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Die Hauptursache für diesen Anstieg ist der erhöhte Konsum von Geflügelfleisch, während der Verzehr von Schweine- und Rindfleisch stagnierte.

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Die Herausforderungen und Chancen für die Fleischbranche sind also vielfältig. Während Radatz und ähnliche Unternehmen traditionell auf qualitativ hochwertige Produkte setzen, gewinnt der Markt für pflanzliche Alternativen immer mehr an Bedeutung. In einer sich schnell verändernden Esskultur bleibt abzuwarten, wie sich diese Trends weiterentwickeln und was die Zukunft für die Fleischproduktion und ihren Konsum bereithält.