In Wien tut sich was! Die Wirtschaftskammer Wien (WKO) hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, um gegen die schleichende Lebensmittelverschwendung anzugehen. Anstatt überschüssige Lebensmittel in den Müll zu werfen, werden diese jetzt täglich an soziale Einrichtungen gespendet. Das Projekt, das von der Fachgruppe Garagen, Tankstellen und Serviceunternehmungen initiiert wurde, hat bereits erste Erfolge zu verzeichnen: 37 Tankstellen sind mit an Bord und machen mit! Obmann Andreas Gunacker, der das Ganze ins Leben gerufen hat, kann stolz auf die erste Pilotphase blicken, die bereits erfolgreich läuft.

Jeden Tag werden frische Produkte aus den Shops der Tankstellen gespendet. Was da so alles zusammenkommt? Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum zwar überschritten ist, aber die dennoch einwandfrei verwendet werden können – also quasi die „schönen Überbleibsel“. Sechs soziale Organisationen sind engagiert am Werk, holen die gespendeten Waren ab und verteilen sie an Hilfseinrichtungen. Und das Beste: Die Tankstellenbetreiber kennzeichnen die überschüssigen Waren, sodass die Abholung für alle planbar ist. Ein perfekter Kreislauf, der nicht nur wertvolle Ressourcen schont, sondern auch Menschen in Notlagen hilft.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Das Ziel der WKO ist klar: Lebensmittel sinnvoll weitergeben, Ressourcenschonung fördern und den sozialen Zusammenhalt in Wien stärken. Rund 190 öffentliche Tankstellen gibt es in der Stadt, und die Initiative hofft, möglichst viele davon in das Projekt einzubinden. Der Erfolg spricht für sich – mit einer Beteiligungsquote von etwa 19,5 % ist der Anfang gemacht! Und das nicht nur in Wien, sondern auch in anderen Bundesländern und Ländern wie Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Ansätze, auch wenn die Modelle und rechtlichen Rahmenbedingungen variieren.

Diese Initiative ist Teil eines umfassenderen Wandels im Umgang mit Lebensmitteln. In Deutschland beispielsweise hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) eine nationale Strategie zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung ausgearbeitet. Die Ziele sind ambitioniert: Bis 2030 sollen die Lebensmittelabfälle um 50 % gesenkt werden. Der Weg dorthin führt über verschiedene Maßnahmen, wie die Sensibilisierung der Verbraucher und die Unterstützung von Unternehmen. Das klingt nach einer Menge Arbeit, aber jeder kleine Schritt zählt.

Lebensmittelverschwendung – ein Thema, das uns alle betrifft

Lebensmittelabfälle entstehen in allen Bereichen – vom Einkauf bis zum Kochen, und auch in der Gastronomie. So werden deutschlandweit jährlich etwa 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Daher ist es umso wichtiger, dass solche Projekte wie das der WKO in Wien nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch darüber hinaus Schule machen. Die TafelConnect-Initiative in Deutschland hat bereits digitale Plattformen entwickelt, um den Spendenprozess zu optimieren. Auch hier zeigt sich, dass Technologie und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen können.

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Zu guter Letzt bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen nicht nur in Wien oder Deutschland, sondern europaweit und darüber hinaus Einzug halten. Denn die Herausforderung der Lebensmittelverschwendung ist global. Wenn wir alle ein wenig mehr auf die Ressourcen achten und uns für die, die es nötig haben, einsetzen, können wir vielleicht gemeinsam dafür sorgen, dass der Weg vom Regal direkt auf den Teller und nicht in den Müll führt. Und das wäre doch ein schöner Gedanke!