Auf Gibraltar, dem einzigartigen Felsen im Süden Europas, tummeln sich nicht nur Touristen, sondern auch die faszinierenden Berberaffen, die hier in freier Wildbahn leben. Diese Makaken – ja, die sind echt, und sie haben eine ganz besondere Vorliebe für Snacks. Ein Forschungsteam der Universität Cambridge hat sich mit dem Ernährungsverhalten dieser Tiere beschäftigt und dabei etwas Erstaunliches entdeckt. Die Makaken futtern nicht nur ihre natürlichen Beeren und Insekten, sondern auch jede Menge Junkfood, das ihnen von Touristen angeboten wird. Das sind nicht irgendwelche Snacks, sondern richtige Kalorienbomben wie Schokolade, Chips und Eiscreme. Und das hat seine Folgen.

Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass fast ein Fünftel der Nahrung der Gibraltar-Makaken aus diesen ungesunden Leckereien besteht. Das klingt ja zunächst einmal nach einem großen Schmaus, aber die Kehrseite der Medaille ist eine veränderte Verdauung. Die Tiere leiden unter Magenbeschwerden, was besonders bei der laktoseintoleranten Makakenpopulation nach dem Verzehr von Milcheis häufig zu Bauchschmerzen führt. Um irgendwie mit diesen Beschwerden klarzukommen, haben die Affen eine ganz besondere Strategie entwickelt: Sie essen Erde. Geophagie – so nennt man das – ist nicht nur ein lustiges Wort, sondern könnte den Makaken helfen, ihre Magenprobleme zu lindern.

Ein cleverer Trick der Natur

Die Erde, die die Affen konsumieren, könnte eine Art natürliche Medizin sein. Sie liefert Bakterien und Mineralien, die in der ungesunden Ernährung fehlen und trägt dazu bei, die Darmschleimhaut zu stärken. Tatsächlich haben die Forscher beobachtet, dass die Makaken im Durchschnitt zwölfmal pro Woche Erde zu sich nehmen – und das nicht einfach so. Die Tiere suchen gezielt nach einer speziellen Art von Lehm, bekannt als Terra rossa, die sie anscheinend besonders anspricht. Und die Zahlen sind beeindruckend: Während einer Beobachtungsperiode von 98 Tagen dokumentierten die Forscher 46 Fälle von Erde essen bei 230 Berberaffen.

In dem ganzen Chaos der Touristenströme und dem verführerischen Junkfood lernen die Makaken voneinander. Wenn ein Affe Erde frisst, schauen die anderen zu – in 89 Prozent der Fälle war ein weiteres Tier anwesend. Das zeigt, dass das Verhalten nicht nur instinktiv, sondern auch erlernt ist. Und die Gruppen mit häufigem Kontakt zu Touristen konsumieren deutlich mehr Erde als solche, die in ruhigeren Regionen leben. Während der touristischen Hochsaison steigt der Erdenverzehr sogar um 40 Prozent im Vergleich zum Winter. Es ist, als ob die Affen sagen: „Hey, wenn das Junkfood uns nicht gut tut, dann holen wir uns einfach die Erde zurück.“

Einblicke in eine komplexe Welt

Das Füttern der Makaken ist in Gibraltar übrigens streng verboten, mit einer saftigen Geldstrafe von 500 Pfund (ca. 577 Euro) für Verstöße. Leider scheint das die Touristen nicht wirklich abzuhalten, die oft versuchen, den Affen etwas zu geben. Die Makaken sind nicht nur süß, sie sind auch clever, und ihr Verhalten erinnert an menschliche Gewohnheiten. Wer kennt das nicht – vor dem Fernseher ein bisschen knabbern, um die Langeweile zu vertreiben? In ähnlicher Weise zeigen die Makaken, dass sie gelernt haben, ihre Verdauungsprobleme durch das Fressen von Erde zu behandeln. Und das ist nicht nur eine individuelle Lösung, sondern könnte auch kulturelle Wurzeln haben, ähnlich wie wir Menschen manchmal alte Familientraditionen weitergeben.

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Die Berberaffen, ursprünglich in Nordafrika beheimatet, haben sich hier in Europa niedergelassen, und ihre Anpassungen sind bemerkenswert. Gemeinsam mit den Wissenschaftlern von Dr. Sylvain Lemoine wird das Verhalten dieser faszinierenden Tiere weiterhin beobachtet. Es ist wirklich bemerkenswert, wie sie mit den Herausforderungen ihrer Umgebung umgehen, und es zeigt einmal mehr, wie eng das Leben von Tieren und Menschen miteinander verwoben ist. Wer weiß, was die Zukunft bringt – vielleicht lernen wir sogar von diesen cleveren kleinen Überlebenskünstlern!