Am 22. Mai 2026 erreichte uns die traurige Nachricht, dass Carlo Petrini, der Gründer der „Slow-Food“-Bewegung, im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Ein Verlust, der nicht nur seine Familie und Freunde trifft, sondern auch eine ganze Bewegung, die in 160 Ländern aktiv ist. Die „Slow Food“-Bewegung, die in den späten 1980er Jahren mit einem Manifest ins Leben gerufen wurde, steht als eine Art Gegenpol zur Fast-Food-Kultur. Petrini wollte mit seiner Vision das Bewusstsein für qualitativ hochwertige Nahrungsmittel und nachhaltige Anbaumethoden schärfen.

Sein Weg als Publizist und Influencer war geprägt von pragmatischer Zusammenarbeit – sowohl mit großen als auch kleinen Unternehmen. Er war kein Freund von starren Regeln, sondern setzte auf flexible Ansätze, die es ermöglichen, Traditionen zu bewahren und zugleich neue Wege zu gehen. Das begehrte Slow-Label mit der markanten roten Schnecke ist für viele Erzeuger ein Zeichen der Qualität. Antragsteller müssen nachweisen, dass sie bedrohte Waren oder Traditionen erhalten und dabei auf chemische Zusätze, Massentierhaltung und Gentechnik verzichten.

Ein Wegbereiter für die Gastronomie

Petrini hat nicht nur die Slow-Food-Bewegung ins Leben gerufen, sondern auch eine Gastronomie-Universität in Pollenzo gegründet. Dort haben Absolventen die Möglichkeit, angesehene Diplome zu erwerben und sich auf eine Karriere in der Gastronomie vorzubereiten. In den letzten Jahren zog sich Petrini mehr und mehr aus der Organisation zurück und ernannte 2022 Edward Mukiibi zu seinem Nachfolger. Mukiibi hat sich das Ziel gesetzt, die Organisation weniger europäisch auszurichten und eine Öffnung gegenüber Entwicklungsländern sowie eine Dezentralisierung zu fördern.

Diese Schritte sind besonders wichtig, um Slow Food von einem italienischen Gastronomie-Klub zu einem globalen, politischen Akteur zu entwickeln. Petrinis Vision lebte von der Idee, dass gutes Essen nicht nur ein Genuss, sondern auch ein politisches Statement sein kann.

Ein Blick auf die Zukunft

Aber das ist noch nicht alles. Slow Food hat auch bei großen Veranstaltungen wie der Expo 2015 in Mailand mit einem eigenen Pavillon auf sich aufmerksam gemacht. Dort wurden Themen wie biologische Vielfalt, Gemüsegärten, Rohmilchkäse und Wein behandelt. Ein weiteres Highlight ist die bevorstehende Veranstaltung „We Feed The Planet“, die vom 3. bis 6. Oktober stattfindet und an der 2500 junge Landwirte aus der ganzen Welt teilnehmen werden. Ihr Ziel: die Zukunft der Lebensmittel aktiv zu gestalten.

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Slow Food hat es sogar geschafft, die italienische Regierung zu überzeugen, die Verwendung von Milchpulver bei der Käseherstellung zu verbieten – ein Novum in Europa! Trotz Drucks von Seiten der Europäischen Kommission, das Gesetz aufzuheben, bleibt Slow Food hartnäckig und setzt sich dafür ein, dieses Verbot auf andere Länder auszuweiten. Es zeigt sich, dass die Ideen und Prinzipien von Carlo Petrini auch nach seinem Tod weiterleben werden und die Bewegung weiterhin einen wichtigen Platz in der globalen Diskussion über Ernährung und Nachhaltigkeit einnehmen wird.