Der Fußball hat einen seiner größten Protagonisten verloren. Manfred Manglitz, der einstige Nationaltorhüter, ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Am Montag erlag er einer kurzen, aber schweren Krankheit. Die Nachricht hat nicht nur die Fußballgemeinde erschüttert, sondern auch viele Fans und Weggefährten, die mit ihm unvergessliche Momente geteilt haben.

Manglitz war nicht nur ein außergewöhnlicher Torwart, sondern auch ein echter Pionier. Er bleibt in den Geschichtsbüchern der Bundesliga unvergessen, denn er war der erste Torhüter, der in der höchsten deutschen Liga ein Tor erzielte. Das geschah im Juni 1967, als er für den MSV Duisburg einen Elfmeter gegen Borussia Mönchengladbach verwandelte. Ein Moment, der noch lange in den Erinnerungen der Zuschauer bleibt – auch wenn das Spiel mit 1:3 verloren ging.

Eine Karriere voller Höhen und Tiefen

Die Fußballkarriere von Manglitz begann bei Bayer 04 Leverkusen, wo er von 1961 bis 1963 spielte. 1962 schaffte er den Aufstieg in die Oberliga West. Ein Jahr später, in der Saison 1962/63, brachte er es auf 26 Einsätze, bevor er 1963 zum Meidericher SV, dem späteren MSV Duisburg, wechselte. Dort entwickelte sich Manglitz zu einem der besten Torhüter seiner Zeit und absolvierte insgesamt 192 Spiele. Ein weiterer Höhepunkt war die Vizemeisterschaft 1964, die den Verein in der Bundesliga fest etablierte.

Seine Zeit in der Nationalmannschaft von 1965 bis 1970 war ebenfalls ein wichtiger Teil seiner Karriere. Manglitz nahm an der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko teil, wo er mit seiner Mannschaft den dritten Platz belegte und dafür die Auszeichnung mit dem Silbernen Lorbeerblatt erhielt. Doch das Schicksal hatte noch einige Wendungen für ihn parat.

Unvergessen bleibt auch der Skandal von 1971, der seine Karriere abrupt unterbrach. Manglitz war in den Bundesliga-Skandal verwickelt, als ihm vorgeworfen wurde, Kickers Offenbach Angebote zur Spielbeeinflussung gemacht zu haben. Die Beweise, die auf Tonband festgehalten wurden, führten zu einer lebenslangen Sperre. So schnell kann es gehen – von der Glanzzeit in der Nationalmannschaft zum Schattendasein. Nach seiner Begnadigung im Jahr 1974 fand er jedoch den Mut, wieder ins Fußballgeschäft einzusteigen und spielte für den FSV Gebäudereiniger Köln und später für den 1. FC Mülheim-Styrum in der 2. Bundesliga.

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Ein Leben nach dem Fußball

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere zog es Manglitz weit weg vom Fußball. Er eröffnete in Spanien ein Restaurant und lebte dort bis zu seinem Tod. Komischerweise schien der Ball im Hintergrund des Lebens plötzlich nicht mehr wichtig zu sein. Von den Rängen des Stadions in Duisburg zu den sonnigen Stränden Spaniens – eine Wandlung, die viele seiner Fans überrascht haben dürfte.

Seine ehemaligen Mitspieler und Weggefährten erinnern sich an ihn mit großer Zuneigung. Michael Bella, sein ehemaliger Teamkollege, drückte auf Facebook seine Trauer über den Verlust aus und erinnerte an die Freundschaft, die sie verband. Der Verlust von Manglitz ist nicht nur ein Verlust für den Fußball, sondern auch für all die Menschen, die ihn gekannt haben und die seine Leidenschaft für das Spiel teilen.

In den 62 Spielzeiten der Bundesliga, die seit der Gründung 1963/64 vergangen sind, haben viele Spieler ihre Spuren hinterlassen. Über 19.000 Spiele und mehr als 55.000 Tore – die Bundesliga ist ein riesiges Kapitel im deutschen Fußball. Manglitz’ Geschichte, voller Höhen und Tiefen, ist ein Teil dieses Erbes. Seine Leistungen und die Herausforderungen, denen er gegenüberstand, werden nicht vergessen. In einer Liga, die von Rekorden und Legenden geprägt ist, bleibt sein Name unvergessen.

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