Am 14. Juli 2026, mitten in Duisburg, wird es spannend! Das Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie (ZfE) plant eine besondere Außenführung, die auf die Spuren des Kolonialismus in unserer Stadt aufmerksam macht. Und das Beste? Es kostet nichts! Am kommenden Mittwoch, dem 15. Juli, um 17.30 Uhr, können Interessierte unter der Leitung von Naomi Dibu und Christa Frins, der Kuratorin der Ausstellung „ÜBERSEeHEN“, einen Blick auf die historischen Wurzeln werfen, die oft im Schatten der Geschichte verbergen.

Der Ausgangspunkt der Tour ist das Stadtarchiv Duisburg am Karmelplatz 5. Von dort aus werden verschiedene Orte in der Innenstadt vorgestellt, die mit dem deutschen Kolonialismus verknüpft sind. Wer hätte gedacht, dass selbst Straßennamen und ehemalige Geschäfte, die einst Waren wie Kaffee oder Tabak aus den Kolonien verkauften, noch heute Geschichten erzählen? Die Führung wird uns dabei helfen, die historischen Zusammenhänge sichtbar zu machen, die oft übersehen werden.

Eine Reise in die Vergangenheit

Die Bedeutung dieser Führung geht weit über die einfache Besichtigung hinaus. Sie ist Teil einer breiteren Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte, die in den letzten Jahren zunehmend ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Historisch gesehen spielte die koloniale Vergangenheit lange Zeit eine untergeordnete Rolle, doch nun gibt es ein wachsendes Interesse an diesen Themen. An Universitäten werden regelmäßig Kurse zur deutschen Kolonialgeschichte angeboten, und auch Diskussionen über Umbenennungen von Straßennamen und das Humboldt-Forum zeigen, dass diese Fragen endlich ernst genommen werden.

Die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus hat viele Facetten. In der Vergangenheit gab es verschiedene Phasen des erinnerungspolitischen Interesses. Von kolonialrevisionistischen Positionen in der Zwischenkriegszeit über die Imperialismuskritik der 1960er Jahre bis hin zu einer breiteren Diskussion nach dem Kalten Krieg – die gesellschaftlichen Veränderungen spiegeln sich in der Art und Weise wider, wie wir heute über unsere Geschichte sprechen.

Anmeldung und Teilnahme

Wer Interesse hat, sich auf diese spannende Reise in die Vergangenheit zu begeben, sollte sich anmelden. Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos, aber eine Anmeldung ist erwünscht. Entweder per E-Mail an zfe@stadt-duisburg.de oder telefonisch unter 0203 283-2640.

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Diese Initiative ist nicht nur ein Schritt in Richtung einer kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, sondern auch ein Zeichen für eine Gesellschaft, die bereit ist, sich ihren eigenen Geschichten zu stellen. Die koloniale Erinnerung ist weiterhin relevant und zeigt, wie tief unsere gesellschaftlichen Strukturen mit historischem Unrecht verwoben sind. Vielleicht ist das der erste Schritt, um die Vergangenheit nicht nur zu erinnern, sondern aktiv aufzuarbeiten und zu verändern.

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